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Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie. Source: Wellcome Collection.
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![spalten, zerlegt sie in Glyeerin und freie Fettsäuren (ein Vorgang, der dem Ranzigwerden des Fettes entspricht), und nach Wegschwemmung der flüssigen Bestandteile bleiben die festen Fettsäuren zurück (welche sich nun mit Kalk zu fettsaurem Kalk verbinden können), genau wie das bei Bildung von Leichenwachs, Adipocire, d. h. beim Banziejiverden des Fettes (Lit. Ascarelli, Mita, Bürger) der Fall ist. Flexner wies das Ferment in den Herdchen nach. — Für obige, zuerst von Langerhans ausgesprochene Anschauung sprechen sowohl die zaldreichen Tierversuche (Langerhans und besonders 0. Hildebrand, ferner Körte, Oser, Opie, Flexner u. a.) als auch Beobachtungen beim Menschen. (Lit. bis zum Jahre 1901 s. bei Truhart u. s. Lit. Fig. 358. Fettgewebsnekrosc des Pankreas infolge von Einengung des Wirsungianus durch ein Adeno- carcinom der Papilla duodenalis. Die Herdchen waren gallig gefärbt. Einengung des Chole- dochus, an dessen innerem Umfang das Carcinom zapfenförmig hinaufgreift. Dahinter starke Dilatation des Choledochus (Ch) und Wirsungianus (W). D Duodenum. Hinter dem Pankreas- kopf, der induriert ist, aber ohne Krebsinfiltration war, lagen 2 erbsengroße infiltrierte Lymph- drüsen. Allgemeiner Icterus. 41jähr. Mann. S. 288, 1889. Samml. Basel. 3/4 nat. Gr. im Anhang.) Payr u. Martina wiesen in experimentellen Untersuchungen darauf hin, daß ein kleiner Teil der Fettgewebsnekrosen auch durch Embolie von Panhreassellen nach Quetschung entsteht; Pankreaszellembolien kommen auch in der Leber vor (desgl. Fettinfiltration und Fettspaltungen wie im Pankreas [Brenner]; gelegentlich sieht man auch Nekrosen der Leber, vgl. Oestreich). Nach Eppinger jun. genügt Stauung allein nicht zum Zustandekommen der Fettgewebs- nekrose, sondern es bedürfe einer Aktivierung des Pankreassaftes, wie sie unter physiologischen Verhältnissen im Dann durch eine Kinase (Enterokinase, Pawloiv) stattfindet. Auch Bakterien können die Überführung des Pankreassaftes in eine aktive Forrn bewirken, wenn sie z. B. in Galle zu dem Pankreassaft gelangen; s. Polya. Andere nehmen beim Zustandekommen der Fettnekrose das Zusammenwirken einer aktivierenden Substanz und einer bakteriellen oder auch mechanischen Schädigung des Pankreas an; s. Fr. Rosenbach. Die diffusen Nekrosen in der Peritonealhöhle erklären sich nach E. nicht durch Diffusion des Pankreassaftes, da sie von wohlgeformten Deckzellen überkleidet sind, sondern sie sollen vielmehr durch eine auf dem Lymph- und Blutweg erfolgende Verschleppung von Pankreaszellen oder ganzen Acinus-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21018169_0658.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)