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Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie. Source: Wellcome Collection.
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![Wand, oder breiter Durchbruch ins Duodenum (leicht mit primärem Duodcnalkrebs zu ver- wechseln !) und seltener in den Magen. — Metastasen sind am häufigsten in benachbarten Lymphdrüsen und in der Leber (bei dem Basler Material in 50,5%, vgl. S. 614), hier zuweilen in enormer Menge. So notierte Verf. z. B. bei einem 57jähr. Mann mit gänseeigroßem Tumor im Schwanzteil ein Gewicht der von Knoten durchsetzten Leber von 4485 g (S. 409, 04 Basel). Metastasen können auch an vielen anderen Stellen auftreten. So sah Verf. z. B. bei einer 55jähr. Frau mit Diabetes, diffusem scirrhösem Carcinoma solidum im Kopf und Mittelstück des Pankreas, Gallenstauung, starke Fettnekrose und Metastasen in den linken Supraclavi- culardrüsen, im 10. Brustwirbel und in der 1. Niere (S. 328, 05 Basel). Cysten des Pankreas. Diese gehören mit Ausnahme der erwähnten sehr seltenen cystischen Adenome anatomisch nicht zu den echten Geschwülsten. Klinisch werden sie aber zu den Geschwülsten des Pan- kreas gerechnet und bilden in klinischer Hinsicht die wichtigste, auch operativ mit Erfolg an- greifbare Geschwulstbildung am Pankreas. Man kann verschiedene Formen von Cysten unterscheiden. Ein Teil der- selben ist, wie man ohne weiteres sieht, die Folge einer Sekretstauung. Wird die Ausmündungsstelle des Ductus pancreaticus durch einen Stein oder eine Gesehwulst verlegt*), so dehnt sich, falls die Beschaffenheit des Drüsensekretes und vor allem die resorbierende Fähigkeit der Lymphgefäße (z. B. durch Cir- rhose des Pankreas) alteriert ist, der Ductus cylindrisch oder sackförmig oder rosenkranzförmig aus; die Ektasie kann bis zu Kindskopfgröße und mehr betragen (solitäre Retenüonscyste). — Mitunter ist die Cystenbildung viel un- bedeutender, multipel, manchmal äußerst zahlreich {cystische Degeneration), auf kleine Alisführungsgänge oder selbst auf einzelne Acini beschränkt und die Folge von indurativer interstitieller Entzündung oder von Konkrementen. Die kleinen Cysten können einen buttergelben, dicken, fettigen, gelegentlich verkalkten, selten auch kolloiden {van Loghem) Inhalt haben. — Als dritte Art sind größere bis erheblich große, kugelige Cysten zu nennen, eigentlich Cystoide, da sie keine epitheliale Auskleidung besitzen; diese sind praktisch am wichtigsten und wurden auch wiederholt Gegenstand operativer Behandlung. Sie liegen meist im Schwanzteil, doch sah Verf. sie auch im Mittelstück des Pankreas, und haben einen blutigen oder blutig gefärbten Inhalt. In der Kegel zeigen sie keine Beziehung zu den Ausführungsgängen der Drüse. Oft ist sogar überhaupt eine Beziehung zum Pankreas schwer zu erkennen, da die Cyste sich mehr und mehr als selbständiger Sack aus dem Pankreas heraushebt. Große Cysten können sich retroperitoneal zwischen Magen und Colon transversum ent- wickeln oder zwischen Magen und Leber oder unterhalb des Colon hervorragen. Betreffs der Ätiologie dieser letzterwähnten Cysten sind die Ansichten geteilt. Friedreich führte die Cystenbildung auf primäre Hämonhagien (Hämatome) zurück und stellte sie den *) Bei Tieren dauert nach Unterbindung des Ductus pancreaticus die Sekretion noch eine Zeit lang fort, wodurch sich der Gang erweitert (Heidenhain), später aber wird das Sekret resorbiert, jedoch nicht durch den Harn ausgeschieden (Kühne). Schließhch verfällt die Drüse der Atrophie und fibrösen Schrumpfung (aber nicht der Autodigestion !), wobei jedoch die Langerhansschen Inseln (s. S. 645) sich selbständig erhalten, sogar vergrößern und ver- mehren (W. Schulze, Gontier de la Roche, Herxheimer-Moldenhauer [Lit.] u. a.) und Diabetes ausbleibt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21018169_0663.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)