Botanische Forschungen des Alexanderzuges / von dr. Hugo Bretzl, mit elf Abbildungen und vier Kartenskizzen; gedruckt mit Unterstützung der Kgl. Gesellscahft der Wissenschaften zu Göttingen.
- Hugo Bretzl
- Date:
- 1903
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Credit: Botanische Forschungen des Alexanderzuges / von dr. Hugo Bretzl, mit elf Abbildungen und vier Kartenskizzen; gedruckt mit Unterstützung der Kgl. Gesellscahft der Wissenschaften zu Göttingen. Source: Wellcome Collection.
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![schon während der Fahrt interessierte und das auch noch später79 lebhaft diskutiert wurde. Die Griechen wußten aus ihrer bisherigen Erfahrung, daß im Meerwasser, von Tangen abgesehen, kein baumartiges Gewächs existieren könnte, echte Bäume überhaupt nicht; um so auffälliger war es ihnen, in welcher Fülle die Mangrove an Küsten gedieh, die selbst traurigste Wüste waren. Da sie mit offenen Augen alles ansahen und über das Beobachtete auch nachdachten, suchten sie sich Rechenschaft über diese jüngste Entdeckung zu geben. Der hohe Salzgehalt des Meerwassers war es, der die bekannten Landbäume am Gedeihen in der Flut hinderte, das ahnten sie schon; doch konnten sie nicht wissen, daß diese, auch wenn sie im Wasser gestanden hätten, doch hätten verdursten müssen, da für sie das Meer- wasser physiologisch trockener Boden ist, dem die Wurzeln, falls sie nicht besonders dazu eingerichtet sind, keinen Tropfen Wasser zu entlocken vermögen. Hier zuerst die interessanten Stellen aus Theophrast selbst (hist. pl. IV 7, 5). ÖTToßeßpuuTai be lauia xd bevbpa ndvxa Korra gecrov uttö Tfj$ 0a\dxTr|£ Kai e'OTr|Kev uttö tuuv pi£üuv uucmep ttoXuttouc; • ÖTav pdp f] apmjuTic; Yevrixai, Geuupeiv ecrnv • ubuup be (Süßwasser) öXuuc; ouk ecrnv ev tuj töttuj • KaiaXemoviai be Tiveq biuupuxes bi’ üuv biaTiXeoucriv * auxai b’ eiai 0aXa.TTr|c; * uj Kai brjXov oioviai Tive<; öxi xpecpovxai xauxi] (Meerwasser), Kai ou tlu uban, ttXi)v ei' Tt xai^ pi^ai^ eK Trj^ eXKoucnv • euXopov be Kai tou0’ aXpupöv eivai • Kai ydp oube Kaid ßa0ou<; ai pi^ai. Theophrast will hier in der Pflanzengeographie die Frage nur streifen und spricht sich daher radikal für die Ernährung mit reinem Salzwasser aus. Das trifft bei Rhiso- phora, die mit dem Stelzwerk gemeint ist, auch vollkommen zu, wie Schimper80 bestätigt: „Die in der Literatur häufig wiederkehrende Angabe, daß Rhisophora in reinem Meer- wasser nicht vorkommt, ist unrichtig. Ich habe Rh. mucro- nata auf felsigem Boden der Koralleninseln des Javameers, wo Süßwasser ganz fehlt (ubuup be öXuuc; ouk ecmv ev tuj töttlu), gedeihen sehen.“ Doch fallen nach Karstens Aus- führung (S.6) „bei genauerer Bekanntschaft mit der Mangrove Bretzl, Botanische Forschungen des Alexanderzuges. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2486903x_0073.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)