Botanische Forschungen des Alexanderzuges / von dr. Hugo Bretzl, mit elf Abbildungen und vier Kartenskizzen; gedruckt mit Unterstützung der Kgl. Gesellscahft der Wissenschaften zu Göttingen.
- Hugo Bretzl
- Date:
- 1903
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Credit: Botanische Forschungen des Alexanderzuges / von dr. Hugo Bretzl, mit elf Abbildungen und vier Kartenskizzen; gedruckt mit Unterstützung der Kgl. Gesellscahft der Wissenschaften zu Göttingen. Source: Wellcome Collection.
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![erst recht aber geschaffen fürs Lateinische, Plinius’ Dia- gnosenstil wie angepaßt, und glatt und flüssig läuft denn auch die Schilderung fort: folia is lentrea — exeiv ^ <JÖ bevbpov> cpuXXov pev öpoiov Trj bdqpvp; ßos violae et odore et colore — dvGoq be toi^ i'oic; Kai tuj xpwpaTi Kai xrj öcrpfi; bacae ut oleis — Kapuöv be f]XKov eXaa; et ipsae odoris iucundi— Kai toutov eüuübr) crqpöbpa. Einmal im Zuge, läßt er das für lateinischen Stil störende Kai Ta pev cpuXXa oijk ÖTroßaXXeiv zu- nächst weg, um gleich an avGoc; und Kapuöv elegant die Worte autumno nascentes, vere decidentes — tö be dv9o$ Kai töv Kapuöv aua tuj cpGivoTTuupuj YivecrGat, tou b’ eapo^ airoppeiv anzuschließen, wobei er tö be av0o^ und Kai töv Kapuöv nicht noch einmal zu übersetzen braucht und diese Worte spart. Jetzt holt er auch Kai Ta pev qpuXXa ouk aTioßdXXeiv gewissenhaft in folis nimquam deciduis nach, mit klangvollem Abschluß des Satzes. Auf Kosten dieser Eleganz ist in der Übersetzung leider manches geschwunden, was mehr wert wäre. Der Plural eae (in folia is) schließt die falsche Vorstellung nicht aus, daß wir es hier mit zwei verschiedenen Arten zu tun haben, wozu, da der Weg zur Zweideutigkeit nun einmal eröffnet ist, die Differenzierung in uXaravoi und aiyipoi einlädt, während doch diese beiden Namen nur die Wuchsform und die Höhe der Bäume veranschaulichen sollten. Alledem war durch tö bevbpov vorgebeugt. eXaa verlangt bei Plinius, der neben- bei die Morphologie der Rhisophoren-¥Y\xoht nicht kennt, statt KapTTÖ^ ein dem Römer bezeichnenderes Wort; so wählt er bcica. Das zerstört das ganze Bild; denn bei baca denken wir sofort an einen harten Kern im Innern, den Stein, den die Frucht der Rhisophora nicht hat. Eine Übersetzung, die Wort für Wort überträgt, ins Lateinische oder Deutsche, ist eben der Untergang der griechischen, wissenschaftlichen Botanik. Man beachte wohl, Theophrast schreibt hier pXwov eXda, nicht öpoiov tt] eXda; beides ist zu scheiden. i^Xikov eXda gibt in erster Linie rein die Größe und äußere Form an, wobei natürlich die entfernte Ähnlichkeit der Frucht- gestalt unbewußt mitwirkt; so war kurz vorher auch f]XtKa TrXdTavoi zunächst weiter nichts als eine Größenangabe, doch 6*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2486903x_0091.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)