Botanische Forschungen des Alexanderzuges / von dr. Hugo Bretzl, mit elf Abbildungen und vier Kartenskizzen; gedruckt mit Unterstützung der Kgl. Gesellscahft der Wissenschaften zu Göttingen.
- Hugo Bretzl
- Date:
- 1903
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Credit: Botanische Forschungen des Alexanderzuges / von dr. Hugo Bretzl, mit elf Abbildungen und vier Kartenskizzen; gedruckt mit Unterstützung der Kgl. Gesellscahft der Wissenschaften zu Göttingen. Source: Wellcome Collection.
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![ständnis so wesentliche scharfe Scheidung der einzelnen Stadien, der Ebbe und Flut, im Griechischen durchgeführt; bei Plinius dagegen ist davon keine Rede, namentlich aber macht sich der Mangel eines besonderen lateinischen Wortes für Ebbe auffallend bemerkbar. Da sich dies Stadium nur negativ ausdrücken läßt, mit recessit aestus, wird zur Ver- meidung der lästigen Wiederholung von aestus, das auch für das Gegenteil, für Flut immer wiederkehrt, wo angängig, die Bestimmung einfach weggelassen; darum bleibt das ganze crupßaiveiv be 60’ ri uXripupK eueXeoi weg. Recht unklar ist die Schilderung noch dadurch geworden, daß recessit aestus für zwei ganz verschiedene, durch die Ruhezeit ge- trennte Vorgänge gebraucht werden muß, für das Abfließen zwischen Flut und Ebbe (Rückkehr zur Normalhöhe: öx’ ex- ßaivei f] TxXrmupic;), und für den tiefsten Stand, die Ebbe (ötuv f] <S|i7ruuTis pevriTai). Auch hier zeigt sich markant die Armut der lateinischen Sprache an präziser, naturwissen- schaftlicher Ausdrucksweise gegenüber der für diese Stoffe schmiegsamsten und schärfsten von allen, der griechischen, mit der sich selbst keine der modernen messen kann. Gut geschriebene Stücke aus Theophrast sind in so feste Formen gegossen, daß dem Kenner auch die kleinste Verderbnis späterer Zeit nicht entgeht; das Richtige wird dann von dem Erhaltenen überall mit Evidenz gefordert. Den Schlußsatz aXXa b’ ev auirj irj öaXcxixi] TiecpuKevai muß Plinius, der eben erst die Schilderung der Ebbewirkung auf die über der Ebbelinie stehenden Bäume nachholte, nun mit quoque anschließen; alias quoqae arbores in alto rnari visas würde hier genügen, wäre er genau. Statt dessen wiederholt er accepimus ab isäern mit Rückblick auf qui navigavere in Indos Alexandri niilites (§ 140) — oi be, öie avdTrXou«; rjv tüuv e£ Mvbüuv duoöTaXevTuuv uuö 5 AXeEdvbpou (§ 3). Übrigens ist auch dort seine Übersetzung wieder ungenau, viel zu verallgemeinert; falsch steht im heutigen Pliniustexte ,in Indos\ das zu heilen ist. Auch das Folgende bleibt nicht einwandfrei, denn bei Alexandri niilites denkt man an den Feldzug nach Indien, erst bei dvd-rrXouq an die Fahrt zu](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2486903x_0094.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)