Diagnostik der inneren Krankheiten auf Grund der heutigen Untersuchungsmethoden : ein Lehrbuch für Ärtze und Studierende / von Oswald Vierordt.
- Oswald Vierordt
- Date:
- 1905
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Credit: Diagnostik der inneren Krankheiten auf Grund der heutigen Untersuchungsmethoden : ein Lehrbuch für Ärtze und Studierende / von Oswald Vierordt. Source: Wellcome Collection.
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![es im Kot und im Harn fehlend, wenn keine Galle in den Darm gelangt und wiederum, solange keine Darmfäulnis besteht (beim Neugeborenen). 5. Bronzefarbe. Sie ist, im Gegensatz zu Zyanose und Ikterus, ein der Haut (und der Mundschleimhaut) allein zukommender Zustand: das Hauptsymptom der Bronzekrcmkheit, des sog. Morbus Äddisonii, als dessen wesentliches anatomisches Substrat eine Erkrankung, u. zw. besonders häufig Tuber- kulose, der Nebennieren bezw. eine mit dieser in Zusammenhang stehende Degeneration der Ganglien und Bahnen des Sympathicus an- gesehen wird. Übrigens kann die Bronzehaut bei dieser Krankheit auch fehlen. Die Bronzehaut charakterisiert sich durch braune, graue bis schwärzliche Verfärbung; sie lokalisiert sich mit Vorliebe an den dem Licht ausgesetzten Körperteilen, Gesicht und Handrücken, ferner an den normalerweise massig pigmentierten Hautstellen, wie Achsel- höhlen etc. und endlich an Stellen, welche dauernd dem Druck und der Reibung ausgesetzt sind, z. B. in der Gegend des Rockbunds, der Strumpfbänder, unter einem Bruchband u. dergl. Diese Verfärbung kann sich allmählich auf den ganzen KörjDer ausdehnen, nur die Nägel und Sklerae bleiben frei. Auch die Schleimhäute beteiligen sich und zwar in Form feiner scharf umschriebener brauner Flecke, z. B. an der Innenseite der Lippen, teils in Form zarter Pigmentierungen, welche dem Zahndruck auf die Wangenschleimhaut entsprechen. Diese Schleimhautpigmentierung kann im Zweifelsfall von besonderem diagnostischem Wert sein. Die Verfärbung wird erzeugt durch ein Pigment im Rete Malpighi; sie weicht selbstverständlich dem Fingerdruck nicht im mindesten.' Arsenmelanose. Durch längere Darreichung von Arsenik, und zwar gelegentlich auch bei kleinen Dosen, kann sich eine Hautverfärbung ein- stellen, welche gelegentlich in jeder Beziehung, auch durch die Beteiligung der Mundschleimhaut, der Addisonschen Bronzehaut ähnlich ist; man hat sie als Arsenmelanose bezeichnet. Dieselbe geht zuweilen nach Aussetzen der Arsendarreichung nur unvollkommen oder gar nicht zurück. 6. Die graue Hautfarbe bei der Argyrie. Bei langem innerlichen Gebrauch von Argentum nitricum kommt es zur Ablagerung von sehr feinen schwarzen Körnchen (metallisches Silber oder Silberalbuminat?) in gewissen Organen, den Nieren, dem Darm und auch in der Haut, und zwar besonders im Corium und in der Tunica propria der Schweissdrüsen. Die Haut solcher Leute ist, besonders an Gesicht und Händen richtig grau bis schwärzlich] Fingerdruck erzeugt keine Änderung der](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2116695x_0056.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)