Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi.
- Johann Jakob Bernhardi
- Date:
- 1815
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Credit: Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi. Source: Wellcome Collection.
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![nicht für alle Contagien kräftig genug zu wirken, und in gehöriger Menge abgesondert zu werden, um dies bestandig zu leisten , und eine Ansteckung auf diesem Wege unmöglich zu machen. Zinke impfte einen Halm mit VYuthgifi, das mit ein we- - nig Magensaft von einer Katze vermischt war, und der Halm wurde gleichwohl toll. Auch die durch- aan^ioe Analogie der Contat'icn mit den Giften macht es unwahrscheiniicii, dais erstere im Magen oanz unwirksam seyn sollten. Sie sind es wahr* scheinlich nur dann, wenn sie in zu geringer Menge eini^^;füiirt werden, $• 67- Ein sicherer und unläuabarer We», auf wel- chen die Ansteckimg geschieht, ist die Haut, die um so mehr dazu sicli eignet, je zarter ihr ^au ist. An den Lippen, den Augcnliedern, den Brast- ^varzen, den Zeagungstheilen j dem After kann da- her ein Contc^giuiu .im leichtesten eindringen; in- dessen kann die Ansteckung auch, unläugbar durch die gröbere Epidermis erlV)lgen. Audi die schicifu- ^.bsondernde Membran, womit die Nasenhöhlen be- kieidel' sind, nimmt unbezvr^ift^lt contasiö'se StofFe auf; der Schleim jfcheint wirklich die Ansteckung sehr zu he^iinslisen, indem der contaoiöse Stoff von ihm besser, als von andern 0])er[uiclien fe^t gehal- ten wird. Man benutzte diesen Weg sonst zur Pockenimpfung. • . Weniser läfst sich init Sicherheit sagen, ob auch durch die Lungen eine Ansteckung Statt finden könne; denn dals contagiosa Stoffe sich der atmo- sphärischen Luft unter gewissen Umstanden mit- theilen, und mit ihr in die Lungen dringen, be- weist noch nicht, dafs in letztern auch Ansteckung erfolge, indem diese eben so sicher durch die Schleim- hriut der Nasenlrölde, mit welcher sie vorher in IJe- riitirung kömmt, geschehen kann. Indessen haben wir in der Tha^ keinen liinreichenden frrund, ^io zu läagncn, $o lange wix-* nicht er^veisen tcjnneii,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041660_0125.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


