Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi.
- Johann Jakob Bernhardi
- Date:
- 1815
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
128/660 page 84
![— S4 - sieb in dieser Hinsicht mehr an die iZonia- gien, als £in die übrigen jz^iftigen Stoffe anschhefsen, und mit den nnachten Coiitagien vielleicht völlig übereinr-tinmien. Man weiis, dals schon der zwei- hundertste Theil eines Grans Viperngifts tödtliche Wirkungen bei Kleinen Vö«eln hervorbringt* Viel niuis man aber auch wohl darauf rechnen, dals es bei der Ansteckung nicht spwchl darauf ankömmt, dafs ein Contagiuni in den Körper ein*>efiihrt wird. Als dais der Körper auf eine bestimmte Wei^e dar- auf reagirt. Bei Giften fehlt es an dieser lleaction ungleich seltener, als bei Contagien. -— In so fern auf einer gröfsern Oberfläche sidi eher eine Stelle findet, weiche dem Contagium durchdringlicn ist, und der Körper überhaupt dem Eindringen de5 Conta«iums weniger Widerstand zu leisten vermag, ^venn es sich auf emer grolsen Fläche verbreitet, liana 'auch der Umfang der beriilirten Oberiiäche einen Einfiufs auf die Ansteckung haben j in der ilei>el verdient er aber keine bedeutende Berück- siclitigung. Auf ähnliche Weise kann die Dauer der Keriihrung ^nur dadurch das bessere Gelingen der Ansteckung bewirken, dals bei anhaltender Ein- \Yirkung des Contagiums leicht ein Moment eintritt, wo der Körper sich dem Eindringen desselben nicht hräftig genug entgegensetzt, wo er sich mehr ])assi\' verhält, oder, was wohl häufiger der Fall ist, wo er auf das eingedrungene Conta^imn nicht mehr so zxveckmälsig wirkt, dals es wieder aus dem Körper entfernt werde. Endlich scheint auch die Dicht- heit keinen bedeutenden Einilufs auf die Ansteckung zu haben, indem ein Gran Blatternciter, in einer halben Unze Wasser gelöst (^. 77.)? noch ansteckende Eigenschaften behält. Es läfst sich indessen nicht denJien , dafs eine solche fortgesetzte Vertheilung ins Unendliche ohne alle Abnahzne der Kraft Statt finden könne. $. 102. Weit mehr kömmt auf die Intension und Mo- dification des Contagiums an, ob Ansteckung erfoh i^an wird oder nicht. Trockene Kuhpockcnmaterie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041660_0128.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


