Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi.
- Johann Jakob Bernhardi
- Date:
- 1815
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Credit: Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi. Source: Wellcome Collection.
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![sitze, so schliefsen wir hieraus nicht r?uf die Abwe- senheit des Conlagiums in der Bhitmasse, sondern hlols auf den latenten Zustand desselben in ihr, nach der Art, wie auch Quecksilber, Salpeter, vege- tabilisclie Stolle, selbst wenn sie unmittelbar in sie eingespriitzt werden, doch völlig verschwinden, uhd sich durch chemische Reagentien nicht wieder auf- finden lassen. Deshalb darf man auch nicht er- staunen, dafs bei der Infection der ganzen Bhit- masse doch häufig gar teine ungewöhnliche Action in den Gefälsen \vahrgenonimen wird. Selbst da, WO bedeutende Fiebergrade entstanden sind, dürfen diese nicht immer aus dem unmittelbaren Reize des Contagiunis auf die Blutgefälse abgeleitet wer- den. Daher hann auch das Herz eines an der Pest Verstorbenen gesund gefunden werden, wenn andere TJieiie bereits in Entzündung und Brand überge- gangen sind. So ^vie aber Quechsilber und andere im Blute verschwundene Stoffe gleichwohl in den Secretionen ^vieder erscheinen, eben so die Conta- gien. Wir können daher diese Absonderungen det contagiösen Stoffe als einen vorzüglichen Be^veis für die Richtiokeit unserer Meinung anseilen. Wo soll denn das Material zu ihnen anders heriioinmen, als aus dem Blute? Doch nicht aus den Nerven? —r Allein, wird man erwiedern, warum sondern denn die Secretionsorsarie die »erin^e MeniJ^e des aufgenommenen Contagiunis nicht sogleich wieder ab? Diese Frage ist in der That ziemlich leicht zu beantworten. Wir wollen gar nic>ht anführen, dafs In einigen Fallen wirldich eine schnelle Ausschei- dung des eingedrungenen Contagiunis Statt zu ha- ben scheine, es erhlärt sich alles schon hinreichend, wenn man aijnimmt, dafs das Blut erst dann einen veränderten Eindruck auf die Secretionsorgane mache, wenn es die gehörige Umbildung durch das Conta- gium erhalten hat. Ein anderer Grund, warum man die vorzüg- liche Alfection ^des Bluts ])ei der Anstechung laug- ncn zu müssen glaubt, findet man in der leichten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041660_0131.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


