Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi.
- Johann Jakob Bernhardi
- Date:
- 1815
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Credit: Ueber die Natur, die Verhütung und Behandlung des Spitaltyphus und der ansteckenden Krankheiten überhaupt / von Joh. Jakob Bernhardi. Source: Wellcome Collection.
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![(lafs ilii'Gontagiurn wenig ansteckende Kraft besitzt, (lals wenig organische Wesen für dasselbe empfiing- ]i(li sind, und diese in genaue Reriilirnng mit ihm l.onnnen müssen, i-^elw leiclifc verkannt, und für nicht anstechend crhlärt werden. Daher darf man sich iiiclit wundern , wenn über das Ansteclumgsvermö- gen mancher üebel noch gegenwärtig Zweifel herr- schen, und w^enn manches Contagium noch gar nicht entdeckt worden, und erst später uns bekannt werden Avird, obgleich die Krankheit, in der es sich er7;eugt, häufig genug vorkömmt. So sucht man oft^ wenn die Glieder einer Familie in demselben Hause an einem üebel nach und nach erkranken, lind es sich nicht weiter verbreitet, seinen Grund in der iihnliciien Lebensart, aber sicher kann eben so gut ein erzeugtes Contagium, für das nur einige Menschen bedeutende Empfänglichkeit haben, die Schuld tragen. ^ $• SS- Wenden wir uns nun zu den Ursachen, wel- che ursprfhisHch conta«iö'se Krankheiten erzeu^'en können, so ist es leicht begreiflich, dafs, dazwischen vielen contagiöi^en und nicht contagiösen kein we- sentlicher Unterschied in Rücksicht der Erschei- nungen bemerkt wird, die Ursachen, welche erstere veranlassen, von denen der letztern nicht wesent- lich verschieden seyn werden, und so verhält es sich auch w^irklich. Jede Krankheit eines organi- schen Körpers entsteht zwar immer unter dem , Einflufs von Aufsendin^en, und w^ährend er selbst sich in Tliätigkeit befindet; allein jene äufsern Ein- flüsse dürfen keineswegs als die einzige l-rsaclie der- selben betrachtet werden, und eben so wenig ist es erlaubt, ihren Grund allein in der UnvollJvommen- heit seiner eign(m Thätigkeit zu suchen; wohl aber kann in dem einen Falle die Schuld in jener, in dem andern in dieser, und im dritten in beiden zu- gleicli liegen. Wären freilich die lebenden Körper voillionnnene Organismen, so würden weder Aufsen- dinge auf sie einen Einfluls haben , noch ihre eige- nen Handlungen jemals unzweckmäfsig ausfallen*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21041660_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


