Die Massage und ihre Verwerthung in den verschiedenen Disciplinen der praktischen Medicin / von Albert Reibmayr.
- Albert Reibmayr
- Date:
- 1883
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Massage und ihre Verwerthung in den verschiedenen Disciplinen der praktischen Medicin / von Albert Reibmayr. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
38/122 page 32
![war normal, die Venen weniger stark gefüllt; es fanden sicli noch 95 Cg. gelblicher, klarer, massig klebriger Flüssigkeit, somit waren in zwei Stunden resorbirt 105 Cg., das sind 10-29 °/(J des Körpergewichtes. V. Versuch. Einem Kaninchen von 1497 Gramm Gewicht wurden bis 12 Uhr 13 Minuten 245 Cg. Wasser eingespritzt, dasselbe dann von 12 Uhr 38 Minuten bis 12 Uhr 48 Minuten, von 1 Uhr 20 Minuten bis 1 Uhr 30 Minuten, von 2 Uhr bis 2 Uhr 10 Minuten am Bauche massirt und um 2 Uhr 13 Minuten getödtet. Das Thier begann gegen Ende der ersten Stunde auf- fallend hinfällig zu werden, wurde an den Löffeln und Ex- tremitäten kalt, hochgradig kurzathmig, zitterte sehr stark, urinirte oft freiwillig während der Massage, die es aber ohne Sclimerzensäusserungen stets gleich gut vertrug, obwohl auch der Unterleib tympanitisch aufgetrieben wurde. Wir schlossen aus diesen Symptomen, dass eine Ver- letzung des Bauchfelles oder des Darmes beim Einstechen stattgefunden habe und eine Peritonitis eingetreten sei.1 Bei j Eröffnung der Bauchhöhle fand sich der Dünndarm stark durch Gase ausgedehnt, wie gelähmt, dunkelviolett gefärbt, die Gefässe seines Bauchfellüberzuges stark erweitert und ge- ] füllt, die Capillaren lebhaft injicirt und ebenso die Mesen- terialvcnen prall gefüllt, sowie das wandständige Blatt des Peritoneums deutlich injicirt. Es war zwar kein Darmlumen eröffnet, wohl aber das Mensenterium des Dickdarmes an- gestochen, zwischen seinen Blättern in grösserer Ausdehnung blutig suffundirt und oberflächlich injicirt, ohne dass jedoch eine andere Reactionserseheinung oder Exsudationsprocesse daran nachzuweisen waren. Im Bauchraume befanden sich noch 125 Cg. einer gelbrothen, ziemlich klebrigen und eiweissartigen Flüssigkeit; es waren somit trotz der beginnenden 1 Bei diesem Versuche, welcher der erste iu der zeitlichen Reihenfolge war, wurde noch nicht der Explorativtrokar, dessen Stachel eine drei- kantig-pyramidale Spitze hat, sondern die Canüle eines Dieulafoy’schen Aspirateurs verwendet, welche lanzeiinadelartig und sehr scharf zu- geschliffen ist und daher sowohl beim Einstiche selbst, als auch noch während des Einspritzens leicht Verwundungen des Darmes, des Mesen- teriums oder des Netzes liervorrufen kann. Es ist überhaupt schwer, dem meist stark mit Skybalis gefüllten Dickdarme auszuweichen und nur iu der oben angegebenen Weise gelingt die Ausführung des Versuches ohne Complicationen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22296487_0038.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


