Untersuchungen über Aminosäuren, Polypeptide und Proteine (1899-1906) / von Emil Fischer.
- Emil Fischer
- Date:
- 1906
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Credit: Untersuchungen über Aminosäuren, Polypeptide und Proteine (1899-1906) / von Emil Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![etwas gasförmige Salzsäure enthielt, versetzt, die ausgeschiedenen Salze abfiltriert, das Filtrat im Vakuum eingedampft und der Rück- stand nochmals mit salzsäurehaltigem Alkohol behandelt. Die ge- samten Salzmengen wurden wiederholt mit absolutem Alkohol extra- hiert, bis sich keine organische Substanz mehr nach weisen ließ. Die Alkoholauszüge wurden vereinigt und im Vakuum eingedampft. Der zurückbleibende Sirup wurde mit absolutem Alkohol aufgenommen und mit dem obengenannten Rückstände vereinigt. Diese Masse wurde nun in ganz analoger Weise, wie oben geschildert, verestert und die Ester in der üblichen Weise isoliert. Bei dieser zweiten Veresterung wurden folgende Fraktionen er- halten : 1. Fraktion: 2. 3. 4. 5. >> ff ff ff bis 40° (Temp. der Dämpfe gemessen) bei 10 mm Druck 12,0 g 40— 600 ( „ „ „ ) „ 10 „ „ 25,5 „ 100° ( „ des Wasserbades „ ) „ 0,2 „ „ 125,0 „ 100—130° ( „ „ Ölbades „ ) „ 0,2 „ „ 20,1 „ 130-1600 ( „ „ „ „ ) „ 0,2 „ „ 25,9 „ Aus dem im Fraktionierkolben zurückbleibenden Rückstand wurde auch hier Leucinimid isoliert. Die Menge desselben betrug 2,5 g. Da die Ausbeute an Estern noch sehr bedeutend war, wurde der ganze oben geschilderte Prozeß wiederholt. Die dritte Veresterung ergab folgende Fraktionen: 1. Fraktion: bis 40° (Temp. der Dämpfe gemessen) bei 10 mm Druck 7,2 g 2. „ 40— 600 ( „ „ „ „ ) „ 10 „ „ 12,0 „ 3. ,, 100° ( ,, des Wasserbades ,, ) „ 0,2,, ,, 38,2 ,, 4. „ 100—130° ( „ „ Ölbades „ ) „ 0,2 „ „ 9,1 „ 5. „ 130—160« ( „ „ „ „ ) „ 0,2 „ „ 11,0 „ Auch hier konnte aus der bei der Destillation zurückbleibenden Masse Leucinimid isoliert werden. Die Menge desselben betrug 1,2 g. Die einander entsprechenden, verseiften Fraktionen wurden gemeinsam verarbeitet und ergaben folgende Resultate: Fraktion 1 (bis 40°). Dieselbe enthielt neben Alkohol und Äther hauptsächlich Alanin. Glykocoll konnte keines isoliert werden1). Die Menge des Alanins !) Spiro, Karl, Uber Nachweis und Vorkommen des Glykocolls, Zeitschr. f. physiol. Chem. 28, 174—191 [1890] und Dubrowin, Fr., Uber den Gehalt an Glykocoll in verschiedenen Eiweißkörpem, Diss., St. Petersburg, 1902, geben an, im Hämoglobin Glykocoll nachgewiesen zu haben. Da das Serumglobulin des Pferdes einen sehr hohen Glykocollgehalt besitzt (ca. 3V4—4%), liegt die Vermutung nahe, daß die beiden Autoren nicht ganz reine Präparate untersucht haben. Ein nur einmal umkristallisiertes Präparat ergab 0,62% Glykocoll, während nach dem zweiten Umkristallisieren kein Glykocoll mehr nachweisbar war.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28052183_0758.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)