Lehrbuch der pathologischen Histologie : für Studirende und Aerzte / von Hugo Ribbert.
- Hugo Ribbert
- Date:
- 1896
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Credit: Lehrbuch der pathologischen Histologie : für Studirende und Aerzte / von Hugo Ribbert. Source: Wellcome Collection.
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![syphilitischer oder tu])erkiilöser Natur sind. Der Modus der Resorption bleibt aber in allen diesen Fällen in der Hauptsache der gleiche. Denn das dem eigentlichen entzündlichen Prozesse zukommende Granulationsgewebe ist direkt nicht an der Zerstörung des Knochens betheiligt, so dass von seiner Seite eine Modification jener Resor])tion nicht zu erwarten ist. Nur das in mehr in- differenter Form proliferirende Gewebe des Periostes oder des Markes besorgt die Aufsaugung der Knochensubstanz. Der ünterscliied ist freilich insofern kein durchgreifender, als ja auch das den eigentlichen Entzündungsherd cha- rakterisirende junge Gewebe aus den gleichen Bestandtheilen herauswächst. Am besten erkennt man diese Verhältnisse an t u 1) e r k ii löse n Entzündnngsprozessen. Die auch am Knochenapparat entstehenden mehr oder wenig-er typisch gebauten Tuberkel liegen nämlich den Knochenbälkchen nicht direkt an (Fig-. 380), sondern sind von ihnen noch durch eine bald breitere, bald nur schmale Zone gleichsam in- differenten Granu- lationsgewebes ge- trennt, von welchem die Riesenzellenbil- dung ausgeht. Es darf auch nicht ver- gessen werden, dass die Osteoklasten durchaus andere Ge- bilde darstellen als die Riesenzellen des Tuberkels. Da die Entzündungsprozesse sehr häufig auch die Gelenkknorpel zerstören, so sei an dieser Stelle auch auf die Art und Weise ihres Unter- ganges hingewiesen (Fig. 380). Sie werden meist ohne Vermittlung von Riesenzellen durch das vordringende Gewebe vernichtet und zwar in der Weise, dass die Grundsubstanz eingeschmolzen wird und dass die ein- wachsenden Zellen die Knorpelzellenhöhlen erweitern und sich in ihnen vermehren. So sieht man breite Strassen zellreichen Gewebes in den Knorpel hineindringen. Traf das Messer solche Stellen in schräger Rich- tung, so können die erweiterten zellreichen Knorpelzellhöhlen scheinbar isolirt liegen und eine Wucherung der Knorpelzellen vortäuschen. Bei den Entzündungen des Knochens findet sich neben den Resorp- W Fig. 380. Tuberkulose des Kniegelenkes. Grenze von Geleiikknorpel {h) und Knochen (a). Die dunklen KnochenT»älkchen sind in unrei?elmässig buchtiger Linie gegen das Granulationsgewehe des Knochenmarkes be- grenzt. An zwei Stellen sieht man kleine Osteoklasten. Bei c ein Tuberkel mit Riesenzelle. In den Knorpel (b-h) dringt das Granulationsgewebe von unten her (von der Gelenkhöhle aus) hinein. Bei d eine Riesenzelle. Vergr. 60.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20388421_0465.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


