Lehrbuch der pathologischen Histologie : für Studirende und Aerzte / von Hugo Ribbert.
- Hugo Ribbert
- Date:
- 1896
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der pathologischen Histologie : für Studirende und Aerzte / von Hugo Ribbert. Source: Wellcome Collection.
468/488 page 426
![weichten Tlieile wächst, z. B. von den knöchernen Rippen aus, ein Granulations- resp. Markgewebe liinein. Eine andere Veränderung- ])esteht in K a 1 k s a 1 z a b 1 a g e r u n g. Sie betrifft auch in erster Linie das liöhere Alter. Der Kalk findet sich entweder in der homogenen Grundsubstanz und zwar zunächst in der Umgebung der Zellkapseln oder er lagert sich in den in der eben be- sprochenen Weise aufgefaserten Knorpel ein. Den ersteren Modus sieht man besonders in den peripheren Theilen der Rippenknorpel. Mit der Erweichung verbindet sich nicht selten eine Knochen- bild u n g. Das eingedrungene Markgewebe scheidet die nachher verkal- kende Knochensubstanz wie bei normaler Ossification ab. Ausser den degenerativen Zustän- den zeigt der Knoi-pel nicht selten W u c h e 1* u n g s p r 0 z e s s e seiner Zellen. Sie vermehren sich gruppen- weise und bilden unter Umständen ähn- liche Haufen wie bei der Rachitis (Fig. 375). Dabei pflegt die Grundsubstanz . ^ faseriff zu werden, z. B. in senilen Knorpeln, oder sich am Rande freier Flächen völlig aufzufasern. So ist es z. B. ganz gewöhnlich mit dem Gelenk- knorpel bei der Arthritis deformans (Fig. 382) oder bei Entztindungsprozessen der Gelenke und bei Ankylosen. Von einer Zerstörung des Knorpels durch Granulations- gewebe war bei der Tuberkulose schon die Rede (Fig. 380). Bei der Gicht pflegen sich harnsnure Salze in büschelförmigen Figuren in die Grundsubstanz abzula£>-ern. Fier. 382. Knorpel aus einem Knieg'elenk l)ei Arthritis deforiiiaiis. Die Gruiulsub- stanz ist streifig?. Die Knorpelzellen sind ungleiclimässif? anjreordnet und gruppen- weise vermehrt. Vergr. 400. 7. Yeränderuiigeii des Knoclieiimarkes. Das Knochenmark kann mit Vortheil im frischen Zustand untersuclit werden. Aus den o^rossen Röhrenknochen kann man es leicht herausnehmen, auf die Säge- oder Schnittfläche der spongiösen Knochen quillt es entweder hei Fingerdruck oder erst bei stärkerer Compression eventuell mit dem Schraub- stock hervor. Man untersucht es, wenn möglich ohne Zusatzflüssigkeit, weil dann die Zellen am wenigsten geschädigt werden. Wasserzusatz bringt schon deutliche Veränderungen hervor, lässt sich aber bei consistentem Mark und reichlichem Fettgehalt nicht vermeiden, falls man nicht andere bestimmten Zwecken dienende Zusatzflüssigkeiten wählt. Sehr gute Resultate geben ferner die Deckglastrockenpräparate, die man nach Ehrlich's oder anderen Methoden färben kann. Will man das Mark in seinen natüi'lichen Lagerungsverhältnissen untersuchen, so ist natürlich Härtung und Entkalkung des Knochens erforderlich.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20388421_0468.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


