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Credit: Chirurgie der Thymusdrüse / von Dr. Heinrich Klose. Source: Wellcome Collection.
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![\'cili:iltr ii ilcs Mutes mdi Ti i ymus] n • iBfl i f t inj' kt ion. _j ] ., überhaupt keinen Einfluß auf die Beschaffenheit und Zusammensetzung des Blutes hat. Der Thymus ist ein Organ mit sogenannter inn< kretion. A priori ist die Möglichkeit zuzugeben, daß das spezifische Sekretionsprodukt desThvmusauf die blutbildenden Apparate einen Einfluß ausübt. Hier kann natürlich nicht die anatomisch-histologische Untersuchung die Entscheidung treffen, sondern nur das Experiment und die Klinik. Wir führen folgende Untersuchungen an, die unternommen wurden, um auf experimentellem Wege die Stellung des Thymus zu den blut- bildenden Organen zu fixieren. Man hat die Thymusdrüse exstirpiert und den Einfluß dieses Eingriffs auf das Blut beobachtet. Tarulli und Lo Monaco konstatierten nach Thymus- exstirpation bei jungen Hunden und Hühnchen eine Abnahme der gesamten Blut- menge, der roten Blutkörperchen und des Hämoglobingehaltes. Dieselbe Beobachtung machten A b e 1 o u s und Billard bei Sommerfröschen nach doppelseitiger Thymusexstirpation. Daneben beobachteten sie das Auftreten einer Leukozytose. Ghika führte bei 8 Katzen und 13 Kaninchen die Thymektomie aus, und gelangte auf Grund seiner Blutbefunde zu dem Resultate, daß die Thymusdrüse ein blutbildendes Organ darstelle. Noel Paton und G o o d a 1 fanden nach Exstirpation des Thymus bei neugeborenen Meerschweinchen keine Veränderungen der Zahl der roten Blut- körperchen. Das weiße Blutbild zeigte eine Verminderung sämtlicher Leukozytenformen. Matti und Seiler kommen in ihren neuesten Untersuchungen „Über den Einfluß der experimentellen Thymusausschaltung auf das Blutbild zu folgenden Er- gebnissen: Bei neugeborenen Hunden läßt sich als erste Wirkung auf das Blutbild eine durch den operativen Eingriff als solchen bedingte vorübergehende Abnahme des H am o g 1 o b in gehaltes und der Erythrozyten zahl und dazu eine postoperative vorübergehende Leukozytose erkennen. Die physiologische in den ersten Wochen vor sich gehende Abnahme der Lymphoz y t e n mit entsprechender Zunahme der neutrophilcn Leukozyten tritt bei den thymektomierten Tieren später ein als bei den gesunden. Dieses Verhalten ist offenbar ein Ausdruck der durch die Thynrusexstirpation hervorgerufenen Hemmung der allgemeinen Ent- wicklungsvorgänge. Bei älteren Tieren, bei denen die Thvmusaussekaltung seit Monaten besteht, ist eine abnorme Beeinflussung der blutbildenden Organe als Folge des Wegfalls der Thymusf unkt ion nicht mehr vorhanden. Die Hiimoglobi n- menge, die Zahl der roten Blutkörperchen und die Zahl der L e u k o- zyten sowie die Mengenverhältnisse der einzelnen Formen der letzteren sind bei den Tieren mit ausgebildeten Thynnisausfallserscheinungen die nämlichen wie bei den gesunden Kontrolltieren. Das Knochenmark der thymektomierten Tiere besitzt auch die vollständige Reaktionsfähigkeit auf pathologische Leukozytose erregende Reizungen. Was den Einfluß der Thymektomie auf das rote Blutbild anbetrifft, so ist hierzu zu bemerken, daß die im Gefolge dieses Eingriffs auftretende Kachexie die angeführten Veränderungen hervorruft. Die Beeinflussung des weißen Blutbildes wird, wie aus den ange- führten spärlichen Literaturstellen hervorgeht, gegensätzlich angegeben. Nach experimentellen Untersuchungen vo .i Klose. L a m p e und L i e s e g a n g ist es aber möglich, ein definitive? Urteil in dieser. Frage zu fällen. Ausgedehnte Blutuntersucliungen bei thymektomierten Hunden haben systematische Veränderungen in der Blutzusammensetzung in dem Sinne ergeben, daß eine progressive Abnahme der Lympho- zyten bis weit unter normale Werte erfolgte (Fig. SO. 90). Unsere Ergebnisse stimmen in allem mit den Resultaten überein, die der umgekehrte Weg der experimentellen Forschung zeitigte. An Stelle der Thymusberaubung hat man Thymus zugefügt, zunächst in Form des Preßsaftes.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2101758x_0237.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)