Tetanie und Staarbildung : ein Beitrag zur Pathologie und pathologischen Anatomy der Linse / herausgegeben von Wilhelm Schulek.
- Albert Peters
- Date:
- 1898
Licence: Public Domain Mark
Credit: Tetanie und Staarbildung : ein Beitrag zur Pathologie und pathologischen Anatomy der Linse / herausgegeben von Wilhelm Schulek. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by UCL Library Services. The original may be consulted at UCL (University College London)
17/70 (page 17)
![Gerade für die Cataracta niiclcaris inuss somit die An- nahme einer Schädigung- der Linsensubstanz durch patholo- gische Stotl'wechselproducte fallen gelassen werden und so bleibt nur übrig, eine Verminderung oder Aufhebung der Zu- fuln- normalen P]rnährungsmateriales als Ursache anzunehmen. Dass Ciliarmuskelkrämpfe eine solche Störung jener Zufuhr bedingen können, nimmt auch M a g n u s ^) an und ist von vorneherein sehr wahrscheinlich. Daraufhin gerichtete ex- perimentelle Untersuchungen liegen bis jetzt nicht vor; über eigene zu berichten, behalte ich mir vor, bis sie zum Ab- schluss gelangt sind. Wenn v. H i p p e 12) meine bereits früher bezüglich der Entstehung des Schichtstaars geäusserte Vermuthung, es müsse sich wahrscheinlich um x4uf hebung der normalen Ernährungs- zufuhr handeln, mit dem Einwände zurückweisen zu können glaubt, dass dann nach dauernder Eserinanwendung beim Menschen Cataract auftreten müsste, so glaube ich nach Thier- versuchen annehmen zu dürfen, dass eine Nachahmung wirk- lich tetanischer Ciliarmuskelkrämpfe eine toxische Dosis des Mittels bedingt und dass daher nach dieser Richtung hin den Experimenten Schranken gezogen sind. Ihr bisheriger nega- tiver Ausfall beweist daher nicht die Unrichtigkeit meiner Ansicht. In wie weit die anatomische Untersuchung zur Bestäti- gung dieser Ansicht beitragen kann, wird sich aus dem 2. Theile der Arbeit ergeben. Verweilen wir zunächst noch bei der allen Augenärzten geläufigen Thatsache, dass die Corticalis bei Cataracta nuclearis sehr häufig trotz langen Abwartens keine Zunahme der Trübungen bis zur vollständigen Staar- reife erkennen lässt, dass also Verhältnisse vorliegen können. 1) Archiv f. Augenheilkunde. 1892. S. 2«. 2) Archiv f. Gynaekologie. Bd. XXX. 3. Anmerkung: v. Hippel (v. Grsiefe's Archiv Bd. 41. 3. S. 2) hat mich missverstanden, wenn er glaubt, icli hielte die Entstehung der Naphtalincataract durch pathologische Stoffwechselproducte nicht für erwiesen. Das von mir auf S. 285, Bd. 40. 3 Gesagte gilt lediglich für den Sfiiichtstaar, was ich ausdrücklich hervorzuheben damals leider versäumt habe. Ueber die Naphthalincataract fehlen mir bis jetzt eigene Erfahrungen; eine Mitwirkung der Kcrnschrnmpfung halte ich jedoch von vorneherein niclit für ausgeschlossen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635274_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)