Geschichte der Rübe (Beta) als Kulturpflanze von den ältesten Zeiten an bis zum Erschienen von Achard's Hauptwerk (1809) : Festschrifts zum 75jährigen Bestande des Vereins der deutschen Zuckerindustrie / von Prof. Dr. Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1925
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Credit: Geschichte der Rübe (Beta) als Kulturpflanze von den ältesten Zeiten an bis zum Erschienen von Achard's Hauptwerk (1809) : Festschrifts zum 75jährigen Bestande des Vereins der deutschen Zuckerindustrie / von Prof. Dr. Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![die abgekochten jungen Triebe wirken harntreibend. In der Medizin wird sie innerlich und äußerlich häufig angewandt und ihr Same heilt als Gegengift die Bisse giftiger Tiere1). In wilder Form ist sie eben¬ falls bekannt2). , J. • Die Steckrübe, ßovvias, Bunias [von ßovvog, Bunos — die Hohe, wo ursprünglich wachsend?], besitzt, abgekocht oder in Salz ein¬ gemacht, nur geringen Nährwert, wirkt aufblähend und trägt reichlich Samen, der ebenfalls ein Gegengift darstellt2); sie ist verschieden so¬ wohl von ßovviov (Bünion) als auch vom kretischen Pseudo-Bumon4). 25. Die vorstehende ausführliche Wiedergabe der von Puniiis und Dioskurtdes gemachten Angaben rechtfertigt sieh nicht nur mit Rück sicht auf deren wichtigen Inhalt, sondern auch weil sie bei unzähligen Nachfolgern ebensowohl eine Hauptquelle richtiger Erkenntnisse wie andauernder, viel Verwirrung stiftender Verwechslungen sind. Aber nicht erst bei diesen geraten a. u. die Berichte über Beta, Rapum und Napus durcheinander, vielmehr sind auch schon die klassischen Autoren selbst keineswegs von Unsicherheiten freizusprechen; dies trifft nament¬ lich auf Pliniüs zu, der (wie schon angedeutet) seine verschiedenen Vorlagen kritiklos ausschreibt, wobei ihm allerlei Mißverständnisse unterlaufen, irrtümliche Wiederholungen an unrichtigen Stellen Platz greifen usf. Schon der oben genannte große französische Gelehrte und Kritiker Salmasius (Saümaise) wies z. B. darauf hm, daß Pliniüs den Rettich des Theophrastos fälschlich mit Napus übersetzt, wahrend Napus in der Tat Bunias ist, woraus Pliniüs an anderer Stelle wieder eine Abart des Napus macht; der Name des Napus hängt aber auch nicht mit dem des Rettichs zusammen, sondern mit jenem des Senfs (obnm, Sinepi), ganz so wie der des Rapum mit dem griechischen (dorischen) Qäcpa, gdcpvg, odnvg (Rapha, Räphys, Rapysp); Rapum is die Gongylis des Dtoskurides6) und es ist ein Fehlgriff, wenn spätere Autoren diese für identisch mit der Bunias, oder Bunias und Bünion für das nämliche halten7). . 2(5. Unter den Dichtern und Schriftstellern der beginnenden Kaiser¬ zeit spricht Persius (34-62) in den „Satiren“8) von der „plebejischen Rübe“ (plebeja bete); die „Satiren“ seines Zeitgenossen Petrositis (gest. 66) erklären sie ebenfalls für eine gemeine Gartenpflanze2), und als solche ist sie nach Lenz auf den Stilleben der pompejanischen L Lib. 2, cap. 134. , u 2) Lib. 2, cap. 135; (lies soll die Crucifere Bunias erucago sein, (1er sog. Beig- kohl ? 3\ T.j}) 2 crp 136. *) Lib. 4, cRp. 122, 123. 5) Plinianae Exercitationes Bd. 3, S. 34. 6) Ebd. Bd. 2, S. 682, 684.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29980148_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)