Geschichte der Rübe (Beta) als Kulturpflanze von den ältesten Zeiten an bis zum Erschienen von Achard's Hauptwerk (1809) : Festschrifts zum 75jährigen Bestande des Vereins der deutschen Zuckerindustrie / von Prof. Dr. Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1925
Licence: In copyright
Credit: Geschichte der Rübe (Beta) als Kulturpflanze von den ältesten Zeiten an bis zum Erschienen von Achard's Hauptwerk (1809) : Festschrifts zum 75jährigen Bestande des Vereins der deutschen Zuckerindustrie / von Prof. Dr. Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
54/202 page 42
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![Abttl-Khair |dessen Lebenszeit nicht feststeht] kennt man die weißen und die roten Rüben sowohl wild wie kultiviert und bereitet aus ihnen vielerlei Speisen, die man mit Essig, Senf, Aromen, Öl oder Rosenöl würzt; nach Ibn Hedschadsch von Granada (um 1073) erfordert die Rübe gründliche Düngung, gute Bewässerung und rechtzeitige Ver¬ pflanzung, welche letztere Kunst nach Ibn al Fazl (vor 1074) eine Erfindung der Sizilier ist, die sie für verschiedene Pflanzen bewährt fanden1); nach diesem Autor sät man 1 Jahr alten Samen im April, in Sevilla schon im März, in guten wohlgedüngten Boden2), versetzt die jungen Rüben anfangs Juni mit großer Vorsicht so, daß sic* je 3 Fuß voneinander abstehen und wendet dann jene Mittel an, die je nach Wunsch Wurzeln oder Blätter zu größerer Entwicklung bringen; nach Sagrit [der für einen Mitverfasser des ,,Nabathäischen Traktates“ gilt?] eignen sich Blätter und Abfälle der Wurzeln auch als Dünger, und bei wiederholtem Anbau entsalzt die Rübe schlechte Böden. Ibn al Awam selbst bemerkt noch, daß man den Samen auch sofort in Löcher einlegen und die Rübe so ohne Versetzen [d. h. gleich an Ort und Stelle] ziehen kann3); er empfiehlt ferner ganz allgemein die Prüfung der Sämereien durch Keimversuche4). — Ibn Bkithar aus Malaga (1197 —1248), der Verfasser der ,,Großen Zusammenstellung der Heil- und Nahrungsmittel“5), benützt als Gewährsmänner zumeist die nämlichen Autoren, aber auch noch einige andere und ältere: Nach Ibn Soleiman und Ibn Massawaih [777 — 857; syrischer Christ, Leib¬ arzt des Kalifen Mamün] sind Rübensaft und Rübenblätter nützliche Arzneimittel, und gekochte Rübe [eingekochter Saft?] erweist sich als von besonderer Süße6); nach Susad und Abul Khair sind die anda- lusischen, syrischen und weißen ägyptischen Rüben von mehr rund¬ licher, die römischen [italischen ?] von mehr länglicher Gestalt und liefern, nebst mannigfachen Speisen [s. oben], selbst ein gut brauch¬ bares Brot7); nach Ibn Hedschadsch [s. oben] ist ein gutes Behacken der Rübe und ein richtiges Anhäufeln mit Erde von Wichtigkeit; nach Abu Abdallah [Lebenszeit nicht bekannt] sät man im April, in Sevilla auch schon im März, in gute und gutgedüngte Erde, begießt die Beete sorgsam, vereinzelt rechtzeitig, wobei man nur die kräftigsten Pflänz¬ chen stehen läßt, zieht diese im Juni in der Abendkühle sehr vorsichtig aus, verpflanzt sie auf Armeslänge von- und nebeneinander und begießt wiederum sorgfältig. Das Säen kann übrigens auch bis in den September hinein erfolgen, was in der Gegend von Sevilla häufig geschieht; mancher 4) Ebd. Bd. 2, S. 186ff., 194. 2) Vgl. ebd. Bd. 1, S. 99. 3) Ebd. Bd. 2, S. 167. 4) Ebd. Bd. 2, S. 19. 5) Üb. Sontheimer. Stuttgart 1840. 6) Ebd. Bd. 1, S. 40, 240; 356, 357. 7) Ebd. Bd. 2, S. 609ff. — Während des Weltkrieges wurde solches wieder hervesteil 1.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29980148_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)