Geschichte der Rübe (Beta) als Kulturpflanze von den ältesten Zeiten an bis zum Erschienen von Achard's Hauptwerk (1809) : Festschrifts zum 75jährigen Bestande des Vereins der deutschen Zuckerindustrie / von Prof. Dr. Edmund O. von Lippmann.
- Edmund Oscar von Lippmann
- Date:
- 1925
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Credit: Geschichte der Rübe (Beta) als Kulturpflanze von den ältesten Zeiten an bis zum Erschienen von Achard's Hauptwerk (1809) : Festschrifts zum 75jährigen Bestande des Vereins der deutschen Zuckerindustrie / von Prof. Dr. Edmund O. von Lippmann. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![,,\\ er sonnverbrannt in öder Wüste schmachtet. Gekochte Rüben mehr als Silber achtet.“ — „Dem aber, dem Gerät und Inhalt fehlt zugleich, Gilt die gekochte Rübe gebratenem Huhne gleich1).“ Welches Wort er für Rübe gebraucht, ist aus der Übersetzung nicht zu entnehmen; was aber den oben erwähnten Ausdruck tschugundur anbelangt, so bezeugt der „Codex Cumanicus“, ein Wörterbuch, das um 1275 zu einer Zeit verfaßt wurde, als die Genuesen lebhaften Handelsverkehr mit den am schwarzen Meere wohnhaften Rumänen und [durch diese ?] mit den Persern pflogen, daß die Rübe lateinisch gea ( 0 heiße, persisch selek und kumanisch sagundur2). Die Behaup¬ tung, die Rübe sei von Persien aus über das Kaspische und Schwarze Meer schon sehr frühzeitig auch zu den Skythen, ja zu den Thrakern gelangt, beruht hingegen jedenfalls auf Irrtum; über Rübenbau bei diesen Völkerschaften fehlt es an jeglicher Nachricht3). 52. In China kann von einem uralten Anbau der Beta, an den noch ein Fachmann wie Bretschneider glaubte4), nicht die Rede sein, und die verschiedentlichen Berufungen auf das „Schi - King“, das „kanonische Liederbuch der Chinesen“, sind nicht stichhaltig: In diesem Werke, das in einzelnenTeilen aus dem 7. —12. Jahrhundert v.Chr. stammt und von Khung-fu-tse (Konfuzius) um 483 v. Chr. abge¬ schlossen wurde, kommt nämlich die Rübe nicht vor, vielmehr ist im Gedichte „Festgruß der Fürsten an einen Minister“ nur von der Melde die Rede, „die an des Nordbergs Höhen wächst“5). Einige von Bret- schneider erwähnte, im 5. und im 7. oder 8. Jahrhundert n. Chr. ver¬ faßte Werke, „Tsi-min-yao-shu“ und „Chung-shu-sh u“, aus denen u. a. auch Li-Schi-Tschin in seiner großen „Enzyklopädie“ (1552—1578) geschöpft zu haben scheint, sollen ebenfalls die Rübe erwähnen6). Unmöglich ist dies nicht, denn nach Läufer7) findet die Beta sich zuerst bei Su-kung beschrieben, einem Autor aus der Zeit der 1 ANG-Dynastie, die von 618—906 regierte, und ist mindestens seit 8o0 schon allgemein bekannt. Vermutlich wurde sie aus Persien ein- gefühit (vielleicht aber erst durch die Araber), denn ihr chinesischer Name Kün-t a leitet sich ab vom iranischen *gwun-d'ar, mittelpersisch gundar, gundur, neupersisch schugundur, schagonder [s. oben]; bei Ü Üb. Nesselmann, S. 164, 167. Berlin 1864. 2) Haläsz : A. Med. Bd. 11, S. 278. 1 Schräder: Sprachvergleichung und Urgeschichte Bd. 2, S. 193. Jena w Ü Ün the study and value of Chinese botanical works, S. 3. Foochow 18/0. •’) Schi-King. Üb. und erklärt von Strauss, S. 276. Heidelberg 1880 6) Tschirch: a. a. O. Bd. 2, S. 522, 519. T) Sino-Iranica, S. 397. Chicago 1919.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29980148_0056.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)