Volume 1
Lehrbuch der allgemeinen Pathologie und der pathologischen Anatomie : für Ärzte und Studierende / von Ernst Ziegler.
- Date:
- 1905-1906
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Credit: Lehrbuch der allgemeinen Pathologie und der pathologischen Anatomie : für Ärzte und Studierende / von Ernst Ziegler. Source: Wellcome Collection.
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![■wahrscheinlich, daß die Anhäufung von Zellen, die innerhalb infizierter Gewebe oder in deren Nachbarschaft aufzutreten pflegt, auch zu einer Steigerung der Produktion dieser Substanzen führen und dadurch die Verbreitung der Bakterien hindern kann; doch ist zu bemerken, daß bei manchen Infektionen nachweislich die Verbreitung der Bakterien in den Geweben auch an Orten zum Stillstand kommt, wo noch keine Zellanhäufung stattgefunden hat. Auch findet die Tatsache, daß bei manchen Infektionen die Verbreitung der Bakterien im Körper durch Metastase entweder ganz ausbleibt (Tetanus, Diphtherie) oder wenigstens gegenübe] dei' örtlichen Infektion zurücktritt und von relativ gering- fügigen örtlichen Veränderungen gefolgt zu sein pflegt, wohl weniger darin ihre Erklärung, daß örtliche Gewebsveränderungen durch Bildung besonderer chemischer Substanzen oder durch Einfügen mechanischer Hindernisse — etwa durch die Bildung eines Walles von Zellen — den Uebertritt von Bakterien in die Lymphe und das Blut hindern, als vielmehr darin, daß in der Lymphe und im Blute selbst Kräfte vorhanden sind, welche die aufgenommenen Bakterien zu schädigen und zu schwächen oder auch zu töten vermögen. Man hat auch die bakterienfeiiidliche Wirkung des Blutes auf eine von den Leukocyten ausgeübte Phagocytose zurückführen wollen und sich dabei darauf gestützt, daß man tatsächlich sehr häufig bei natürlichen Infektionen oder bei künstlicher Einführung von Bakterien in das Blut eine solche Phagocytose nachweisen kann, daß ferner im Blute enthaltene Bakterien vielfach, in Zellen eingeschlossen, aus der Blutbahn entfernt und in verschiedene Organe, z. B. in die Milz, die Leber, das Knochenmark und die Nieren übergeführt werden und dort zu Grunde gehen oder ausgeschieden werden. Es läßt sich indessen aus diesem Befunde in keiner Weise der Schluß ziehen, daß diese Phagocytose eine Schutzwehr gegen die Verbreitung der Bakterien in der Lymphe und im Blute bildet, indem gerade in jenen Fällen, in denen eine Verschleppung der Bakterien durch das Blut ausbleibt, auch die Phagocytose vermißt wird, während umgekehrt ein Uebertritt der Bakterien in das Blut und eine Vermehrung derselben innerhalb der Blutbahn sehr häufig von Phagocytose begleitet resp. gefolgt ist. Es ist eben auch hier wieder die Phagocytose eine sekundäre Er- scheinung, welche dann eintritt, wenn Bakterien oder auch Protozoen im Blute vorhanden sind, welche ihre Aufnahme in den Leib der Leukocyten nicht zu hindern vermögen, resp. anlockend auf die Phago- cyten wirken. Sind Bakterien von den Zellen aufgenommen, so gehen sie ent- weder zu Grunde oder vermehren sich auch noch innerhalb der Zellen, je nach ihren Eigenschaften und dem Zustand, in dem sie sich zu der Zeit der Aufnahme befanden. Die Kräfte, welche die EntWickelung der Bakterien im Blute zu hindern vermögen, sucht die Mehrzahl der Autoren ebenfalls in der Anwesenheit bakterieufeindlielier eliemisclier Sul)- staiizen, welche gewöhnlich als Alexine (Buchner) oder auch als Mykosocine (Hankin) bezeichnet werden. Nach Buchner, dem sich die Mehrzahl der Autoren angeschlossen hat, handelt es sich um einen fermentartigen Körper, ein Enzym (Cytase [Metschnikoff]), das durch Vermittelung eines Zwischenkörpers (Amboceptor) seine zerstörende Wirkung auf die Bakterien ausübt. Produzenten](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21924296_0001_0126.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


