Ueber die Wirkungen des Silbers auf die Athmung und den Kreislauf / von C. Gaehtgens.
- Date:
- 1890
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Credit: Ueber die Wirkungen des Silbers auf die Athmung und den Kreislauf / von C. Gaehtgens. Source: Wellcome Collection.
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![bemerkte er, dass sich an dem Tbiere, wenn es sprang, Contractionen der Muskeln einstellten ')• Die Athmung hatte fast aufgehört. 15 Minuten später waren die willkürlichen Bewegungen geschwunden. I1/2 Stunden darauf stand die Respiration still, es war aber noch möglich, auf dem Wege des Reflexes Athembewegungen und Bewegungen der Extremitäten hervorzurufen. Eine weitere halbe Stunde später war die Fähigkeit zu Reflexbewegungen geschwunden: wurde eine Pfote mechanisch ge- reizt, so traten nur noch fibrilläre Muskelcontractionen ein. 15 Minuten darauf beobachtete man einen spontanen Krampf, an dem sich alle Muskeln betheiligten. Nach weiteren BO Minuten fand man das Herz regelmässig, 36mal in der Minute, schlagen und sowohl die Nerven als auch die Muskeln reizbar.- 45 Minuten darauf wurde Stillstand des Herzens und weitere 20 Minuten später Schwund der Muskelreizbarkeit constatirt. Dem anderen Frosch spritzte er, nach Durchschneidung des nervus ischiadicus auf der einen Seite, im Verlauf von 15 Minuten 0,02 Silber- nitrat unter die Haut des Bauches. 1 Stunde 10 Minuten nach der letzten Injection waren die willkürlichen Bewegungen geschwunden und die Athmung stand still. Es zeigten sich fibrilläre Contractionen auch an den Muskeln derjenigen Extremität, deren Nerv durchschnitten war; wurde das Thier erschüttert, so entstanden dagegen Contractionen nur an den Gliedern mit intakten Nerven. Die Reflexbewegungen waren erhalten, Hessen sich aber nicht von den Vorderpfoten hervorrufen. 35 Minuten später war das Reflexvermögen geschwunden. Das Herz schlug regelmässig. 1 Stunde darauf hatte das Herz aufgehört zu schlagen und zwei weitere Stunden später zeigten sich die Muskeln noch reizbar. Endlich ist von R o u g e t auch das Blut seiner verschiedenen Versuchstiere, nachdem es ihnen entweder vor dem Tode, oder un- mittelbar nach demselben entnommen worden war, mikroskopisch unter- ]) An einer andern Stelle beschreibt Rouget diese Bewegungsstörung in sehr anschaulicher Weise, wie folgt: „bei den Batracbiern (überhaupt bei den niederen Wirbelthieren. Articulaten, Fröschen, Eidechsen) ist die durch Silber erzeugte Störung der willkürlichen Bewegungen durch, zuweilen sehr heftige, Convulsionen characterisirt, die sich anstatt der vom Tliiere gewollten Bewegung eiustellen: so bleibt bei einem Frosche, der seine Extremität, um zu schwimmen, ausstreckt, dieses Glied gestreckt, tetanisirt und es vergeht eine gewisse Zeit, bevor er es beugen kann, um die Be- wegung von neuem anzufangen“. 2*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21992071_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


