Volume 1
Lehrbuch der speziellen Pathologischen Anatomie : für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann.
- Eduard Kaufmann
- Date:
- 1931-
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Credit: Lehrbuch der speziellen Pathologischen Anatomie : für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann. Source: Wellcome Collection.
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![Brücken vmi hüben und drüben entgegenkommcn, initc'inuiulrr verwachsen, so daß nun dir mehr und mehr zum Schwund gelangende fibrinöse Verklebung durch eine zusammen¬ hängende organische Masse, die aus gefäßreichem (Jranulationsgewebe besteht, ersetzt wird (IVrirnnlitis adlinesivn). Die Oberfläche der Membranen wird mit einer Deck- zellage bedeckt. Verklebung ist (an jeder serösen Haut) Voraussetzung für eine Verwachsung. Kommt es nach Schwund des fibrinösen Exsudates zum Ablauf <ier produktiven Pericardilix fibrinosa und zur Heilung. so wandelt sich das (Jranulationsgewebe in Binde¬ gewebe um. welches mit der Zeit immer gefäßärmer wird und sieh verkürzt. Hierbei werden organisierte Zotten zu polypösen oder zottigen fibrösen Knöt¬ chen, nicht verklebte Flächen der Herznberfläche zu fibrösen Verdickungen, <S'chicielen; selten entsteht ein dicker, zuekergußartiger Überzug (Eichhorst), was [ er]', auch kom¬ biniert mit Zuckerguß an verschiedenen Bauchorganen (Leber. Milz etc.) sah. Ver¬ klebt gewesene gegenüberliegende Flächen können durch flächen arl ige la mell äs e Adhäsionen oder fibröse, durch die Bewegungen des Herzens gedehnte Bänder und Stränge miteinander verwachsen. Je nach dem Orad der Verwachsung entsteht entweder die (häufigere) partielle oder eine totale fibröse, schwielige Sgnechie der Blätter des Herzbeutels. Verödet da¬ durch das Cavum pericardii, so spricht man von Obliteratio pericardii sive Cnncretio perieiirdii cum corde. Partielle Synechien sehen wir (viel seltener als an der Pleura) am häufigsten als schmal- oder breitbasig inserierende, laxe Bänder an der Vorderfläche des Herzens nahe der Spitze, näehstdem an der Herzbasis. Auch bei totaler Synechie gestatten die aus Schichten lockeren Bindegewebes bestehenden P er wach s u ngen meist eine genügende Verschiebung der Blätter gegeneinander. Selbst wenn die Synechien kurz und straff sind und der Herzbeutel schwielig verdickt ist (F ibropericard it is), oder wenn eine vollkommene, untrennbare V er sch melzung der Blätter besteht — was freilich bei den rheumatischen und einfach infektiösen Formen der Pts. adhaesiva in der Regel nicht der Fall, sondern mehr den tuberkulösen Formen eigentümlich ist kann die Herz¬ tätigkeit (Lokomotion und vor allem (Kontraktion) sich noch relativ frei vollziehen, wenn durch eine starke subseröse Feffansanunlung, besonders unter dem Epicard, eine verschiebliche Schicht geschaffen wird. Fehlt aber jede Verschieblichkeit bei der Synechie, oder auch schon, wenn die Adhäsionen nur entsprechend lokalisiert sind (Achehs), so macht sich die Verwachsung klinisch (vgl. Erben u. a.) durch eine s i/stoiische Einziehung an der Stelle der Herzspitze bemerkbar. (..Stauungstyp’' s. unten und s. auch Volkard.) — (Chirurg. Behandlung der Synechien s. Huleke, Schloff er). Ausgänge: Der Herzmuskel wird bei der Sgnechie häufig sekundär in Mit¬ te iden schaJ t gezogen ', entweder hvpertrophiercn beide Ventrikel, besonders der linke (vgl. II ideröe) oder der Muskel atrophiert oder degeneriert fettig, und die Hohlen dehnen sich aus (oft nur das rechte Herz), was zu schweren ( irculations- störungen führen kann. Selten ist der Muskel ganz intakt. Bei sehr starker chro¬ nischer E.rs uda Ibi Id ung zeigt der Herzmuskel besonders in seinen oberflächlichen Lagen fettige !) e generat i o n ; droht dadurch die Herztätigkeit zu erlahmen, so ent¬ wickeln sich Xtiiiiuiigscrschriiitiiigcn, die mit der Zeit zu Hydrops führen. Die linke Lunge kann durch cdn starkes pericardiales Exsudat zum größten Teil komprimiert, lull leer werden. Die SI a n u n g s e r s r h e i n u n 1/e n erfordern noch eine nähere Betrachtung auf («rund der l ntersuclnmgen von Elias und Feiler über verschiedene Stimmigstypcil. Bei der Pts. c .cs n dal i ra entsteht nämlich vor allem eine durch Komprission der I . cura i nj. und der I r.liepalicae bedingte Stauung der Leber, und die rasche und starke Vergrößerung der Leber tritt klinisch alsbald in den Vordergrund. Das ist der sog. I e n eu - oder periphere /lerzslaiitingsli/p, im («ogensatz zu dem centralen llcrz- stauungs- oder I orliofssta u u n<gst pp, bei dem es sich um Kompression (z. B. bei](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29809514_0001_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


