Das Apothekenwesen; seine Entstehung und geschichtliche Entwickelung bis zum XX. Jahrhundert.
- Berendes, Julius, 1837-
- Date:
- 1907
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![Die Drachme früherer Zeit mit dem Zeichen i- wechselte von 4,25, 4,32, 4,10 und 4 gr, in der Blütezeit war sie = 4,31—4,32 gr. 1 Aeginet. Metretes = 36,45 Liter, 1 äginet. Choeus (Tryblion1) = 3,04 Liter, 1 äginet. Kotyle = 1/12 Choeus = 0,253 Liter, 1 äginet. Choinix = 4 Kotylen == 1,012 Liter; 1 äginet. Oxybaphon = !/4 Kotyle = 0,0633 Liter. Ausdrücklich genannt werden: 1 attischer Metretes = 39,37 Liter, 1 attische Kotyle = 0,273 Liter, 1 attischer Choinix = 1,092 Liter. Von den kurz nach Hippokrates wirkenden Aerzten hat nur der Hhizotom Diokles von Karystos für uns Bedeutung als Verfasser des ersten und ältesten Kräuterbuches „Rhizotomikon2), und damit die letzte Quelle für die folgenden pharmakologisch-botanischen Schriftsteller. Er ist ferner der Verfasser einer Schrift „über die Gemüse3), „über Gifte4), „über Diä- tetik5), „über das Iatreion und einer „Gynäkologie H). Wir besitzen von ihm nur Fragmente; Plinius schätzt ihn sehr hoch7). Die späteren Naturphilosophen. Piatons (427—347) Naturphilosophie ist rein spekulativ und idealistisch. Von den Arzneimitteln hat er keine hohe Meinung, die Natur soll in der TJeberwindung der Krankheiten durch Diät unterstützt werden. Aristoteles (384—322) aus Stagira, Gründer der peripathetischen Schule, folgte seinem Lehrer Plato in den Naturanschauungen, fasste sie aber mehr realistisch auf, gestützt auf umfassende, durch Erfahrung und Beobachtung ge- sammelte Kenntnisse. Er ist der Begründer der systematischen und ver- gleichenden Botanik. „Zwei Bücher über die Pflanzen von ihm werden dem Nikolaus Damaskenos zugeschrieben8). Aristoteles nahm als fünftes Element den Weltäther9) an. Theophrast aus Eresos (372—287) war der Nachfolger des Aristoteles als Haupt der peripathetischen Schule. Er ist der erste, der die Botanik systematisch, allerdings im Aristotelischen Sinne, zu behandeln sucht, indem er die Ergründung der Ursachen zum Ziel seiner Forschungen macht10). *) Gleich ]/2 Hemine. 2) Schol. Nicandr.Theriac., 647. Berendes, Die Rhizotom. u.s.w. Ap.-Ztg.l899,Nr.l5. 3) Galen, K., XVTH, pag. 712; XIX, pag. 89. 4) Idem II, pag. 282; Athen. Deipnosoph. XV, pag. 483. 5) Athen., Deipnosoph. VII, pag. 320. 6) Soranus ed. Ermerins, p. 282; vgl. die Fragmente d. Diokles bei Kühn, DeDiocle Caryst. progr. V, Lips. 1820; Wellmann, d. älteste Kräuterbuch d. Griechen. 7) Hist. nat. XXVI, 6 (10), Diocli Carystii, qui secundus (seil, post Hippocratem) aetate famaque exstitit, referta herbarum mentione invenimus volumina. 8) Vgl. E. Meyer, Gesch. d. Bot. I, S. 46 u. 324. 9) ovaia, essentia; der Ausdruck aToi%i.iov, Element, ist hier sowohl der Aggregat- zustand als auch dessen Ursache. 10) Das Verhältnis des Schriftstellers Theophrast zu Aristoteles. Th. war der Erbe des gesamten Nachlasses seines Lehrers, sowohl der fertigen Schriften wie der Entwürfe und der schon benutzten und unbenutzten Kollektaneen. Da er](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21033973_0048.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


