Das Apothekenwesen; seine Entstehung und geschichtliche Entwickelung bis zum XX. Jahrhundert.
- Berendes, Julius, 1837-
- Date:
- 1907
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Credit: Das Apothekenwesen; seine Entstehung und geschichtliche Entwickelung bis zum XX. Jahrhundert. Source: Wellcome Collection.
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![Keimblätter und Geschlechtsorgane kennt er nicht; die Nerven Ift? (teils Bast- bündel, teils Blattrippen) und die Adern (hauptsächlich Milchsaftgefässe), sowie das Mark und Holz bezeichnet er als innere Teile der Pflanze; auch die Adventivknospen ogot, kennt er1). Seine wichtigsten auf uns gekommenen Werke sind: Historia plantarum, De causis plantarum, De lapidibus, De igne. Alexandriner. Griechenland kam nach der Schlacht bei Chäronäa 338 unter die Herrschaft Philipps von Makedonien, nach dessen 336 erfolgtem Tode der junge Alexander die Zügel der Regierung ergriff. Auf seinem siegreichen Zuge zur Verwirklichung des Planes, das Griechentum in alle Länder und zu allen Völkern zu tragen, fiel ihm Aegypten ohne einen Schwertstreich zu; dafür schonte er aber die Eigenart der Bewohner in Sitten und Religionsgebräuchen, richtete eine weise Regierung ein und gründete die Hauptstadt Alexandria. Ihre günstige geographische Lage, die Entwickelung eines blühenden Handels mit der Anhäufung von Reichtümern, die Berührung griechischer Bildung mit der alten Kultur Aegyptens, die Begeisterung hochgesinnter Fürsten für Kunst und Wissenschaft machten die Stadt zum Anziehungs- und Brennpunkte für das geistige Leben, für Handel und Verkehr. Zu den hier gepflegten Fächern gehörte nicht an letzter Stelle die Medizin und besonders die Arzneimittellehre, die durch eine Reihe von Rhi- zotomen sehr gefördert wurde. Unter den Aerzten nimmt Herophilos (300 v. Chr.) die erste Stelle ein. Welchen Wert er und seine Nachfolger auf die Arzneimittel legten, sagen C e 1 s u s 2) und Plinius3). Ferner sind zu nennen Mantias (250 v. Chr.), Verfasser von ntgi xa&aQTixrjg i] ngonoTiOfxcov jj xXvßfA,<3v, Abführmittel, Tränke oder Klistiere, dwd- /utis, Mittel, cpctQ/LiaxonwXijs 6 xca' latgilov, der Arzneihändler im Iatreion u. a., die Grälen aufzählt und besonders sein pharmakologisches Werk rühmt4); Demetrios, Verfasser einer Arzneimittellehre „Pharmakopoles, Andreas von Karystos mit seinem Hauptwerke „Narthex5), Apollonius Mys (200 v. Chr.), der eine „Prophylaxis gegen Gifte und „Euporista, Hausmittel, schrieb, Io 1 as von Bithynien und Hera- kleides von Tarent (über die Bereitung und Prüfung der Arzneimittel6). Era- sist ratos, dessen Bedeutung für die Weiterentwickelung der Heilkunde von fast nirgends den Aristoteles nennt, ist er in den Verdacht des Plagiators gekommen. Wie er die Erbschaft benutzt hat, steht dahin. Dieselben Titel bei verschiedener Grundanschauung wären ja leicht erklärlich. Das Ausarbeiten von Entwürfen und die Benutzung der Kollektaneen war sein Recht. Ob Aristoteles alle seine Werke selbst verfasst hat, ist sehr fraglich; wahrscheinlich hat er auf ihm ferner hegenden Gebieten den Grundgedanken gegeben und den mit den Spezialgebieten vertrauten Schülern (Assistenten) die Ausführung überlassen. *) Hist. pl. I, 8 (4). 2) Medicina, Praef.: „Sie heilten keine Krankheit ohne Arzneimittel. 3) Hist. nat. XV, 5 (15): Herophilus clarus medicina, a quo ferunt dictum, quasdam (seil, herbas) fortassis etiam calcatas (wenn man darauf träte) prodesse. 4) Galen, K., XI. pag. 795. 5) Id. 1. c. 6) Diosc. mat. med. praef. Berendes, Das Apothekenwesen. g](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21033973_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


