Das Apothekenwesen; seine Entstehung und geschichtliche Entwickelung bis zum XX. Jahrhundert.
- Berendes, Julius, 1837-
- Date:
- 1907
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Credit: Das Apothekenwesen; seine Entstehung und geschichtliche Entwickelung bis zum XX. Jahrhundert. Source: Wellcome Collection.
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![die Ambra (amber). Man hielt diese für den Samen des Wals, den dieser an den Ufern grösserer Meere absetzte, daher der Name Sperma ceti, auch beiAvicenna. Serapion hält sie für ein schwammartiges Gewächs auf dem Meeresgründe, das, unter günstigen Verhältnissen aufwärts getrieben, am Ufer eich anhefte1)- Karda- momum, Muskatnüsse, Kubeben, Anakardien, Cassia fistula, Manna2), Nux vomica (Salmenech), Senna, Colcothar, Salmiak, Tebashir, Caryo- phylli, Mamitsa, die Blüte und der eingetrocknete Saft von Gluucium luteum, Mumia3). Auch den Branntwein (vinum falsum ex melle, Qucharo et nigo [sac- charo et oryza]4) kennt Rhazes, ebenso Bier (cerevisia de hordeo facta), ein Oleum cicerum als Produkt der trockenen Destillation. Mandel- und ähnliches Oel gewinnt er durch Pressen, E i e r ö 1 nach vorherigem Rösten des Eigelbs ebenso. Das Tierreich liefert eine beträchtliche Zahl Mittel, worunter die uanatürlichsten und widerlichsten nicht fehlen. Neben Milch, Blut, Gehirn, Urin, Kot ver- schiedener Tiere finden sich das Blut und die Auswurfstoffe des Menschen; das Men- strualblut der Weiber und das bei der Beschneidung abfallende Präputium, der Zahn toter Menschen dienen zu sympathetischen Kuren. Der Begriff „Gift ist semitischen Anschauungen gemäss ziemlich weit. Zu den Giften der griechischen Schriftsteller kommen noch Oleander, Nux methel (Da- tura methel), Anacardium montanum, G-ummi Mutae silvestr. und Succus Coriandri viridis. Abu Zaid Alhasan Assirafi, Almasudi ist der Name eines um diese Zeit lebenden gelehrten Geographen, der fast sein ganzes Leben auf Reisen zugebracht bat. In den Nachrichten über China und Indien berichtet er über die Gewinnung von Ambra, Moschus, Kampfer (von Dryobalanops Camphora), über Brasilienbolz (dort Caesalpinia Sajtyan), Zmckerrobr, Kokosnüsse und eine Pflanze Assecb, deren Aufguss mit beissem Wasser getrunken wird; es ist Tfiea Bohea, die Teepflanze4). Jahia ben Serabi, Serapion der Aeltere, ein christlicher griechischer Arzt des 9. oder 10. Jahrb., bat zwei medizinische Werke hinterlassen, „Aphorismi magni momenti de medicina practica und „Pandectae (Aggreator), von Gerhardus Cremon, ins Lateinische übersetzt. Bei ihm vermutet man die erste Kenntnis der Brechnuss. „Alke, id est nux vomica .... cujus color est inter glaucedinem et albedinem, major avellana paueum etc. Mesue der Jüngere, Joannes oder Janus Damascenus, Filius Mesue. Auf seiner Person wie seinem Leben ruht ein merkwürdiges Dunkel, nicht einmal seinen Namen kennen wir genau, da er von keinem arabischen Schrift- steller zitiert wird0), so dass selbst seine Existenz von einigen in Frage ge- a) Almansor, tr. III, 22; Mesue jun., Grabbad., pag. 86 f. 2) Das Manna der Bibel wird für eine durch Anstechen der Schildlaus hervor- gerufene Ausschwitzung von Tamarix gedlica var. mannifera Ehrbg. gehalten. s) Res est, quae invenitur in terris, ubi mortuoruin corpora cüoe condiuntur, a quibus humor mortui cum aloe mixtus resolvitur et simüatur pici mariae. Syn. Ras., pag. 106. Bei Ibn Baithar, 1. c. II, p. 537, ist es ein Körper, der in Appollonien von den keraunischen Bergen durch die Flüsse herabgespült und ausgeworfen und auch Judenpech genannt wird (vgl. S. 12). 4) M. Reinaud, Relations des voyages faits par les Arabes et Persans dans lTnde et ä la Chine dans le ISe sieele de l'ere chretienne etc. Paris, I, II, 1815. Vgl. Meyer, Gesch. d. Bot., HI, S. 270 ff. 5) Nach Wüstenfeld, Gesch. d. arab. Aerzte, Nr. 125 und Meyer, Gesch. d. Bot. HI, S. 180. Berendes, Das Apothekenwesen. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21033973_0081.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


