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Credit: Gesichtsstörungen und Uterinleiden / von A. Mooren. Source: Wellcome Collection.
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![denn er ist ein essentielles Element der Prognostik und darin verschieden von jenen Gresichtsstörungcn, deren Pathogenese auf eine arterielle Hyperämie zurückzu- führen ist. Die völlige Abwesenheit der menstrualen Blutungen beobachtete ich im Sommer des Jahres 1857 bei einer äusserst kräftigen Bäuerin. Sie war damals 28 Jahre alt und wegen der dürftigen Entwickelung ihres Uterus niemals menstruirt gewesen. Monatlich zeigte sich eine unerträgliche Hitze und Schwellung des Gesichts. Seit dem 15. Lebensjahre bestand eine beiderseitige inter- stitielle Hornhautentzündung, die jeder Therapie getrotzt hatte und in regelrechten vierwöchentlichen Abständen von einer mehrere Tage anhaltenden Exacerbation be- gleitet war. Die Darreichung starker Emenagoga und der Gebrauch des Friedrichshaller Bitterwassers erzwang ein paar Mal einen spärlichen Blutabgang. Es war auf- fallend, wie unendlich gross der Zustand des Behagens für die, wie durch einen Zauberschlag von ihrer Licht- scheu und ihren Schmerzen befreite Patientin wurde. ]!^ur 12—14 Wochen dauerte dieser Zustand relativen Glücks: die Menstruation stellte sich trotz aller ver- ordneten Mittel nicht wieder ein und die Augen wurden wieder, wie sie bereits 13 Jahre lang gewesen. Ein anderer Fall ist dadurch bemerkenswcrth, . dass bei einer 31 jährigen kräftigen westphälischen Bäuerin nach der Geburt des vierten Kindes, die etwa 3 Jahre früher stattfand, bei völligem Ausbleiben der Menstruation fast continuirliches Kopfweh mit stetig steigernder Abnahme des Gesichts sich eingestellt hatte. Dieser Zustand hatte sich in der letzten Zeit mit intercurrent auftretenden epileptoiden Anfällen complicirt. Die ophthalmoscopischc Untersuchung documentirte auf beiden Augen Neuritis optica, so dass im ersten Augenblick die Wahrscheinlich- ■6*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21649352_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)