Volume 1
Die Erkrankungen der peripherischen Nerven / von M. Bernhardt.
- Bernhardt, M. (Martin), 1844-1915.
- Date:
- 1895-1897
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Credit: Die Erkrankungen der peripherischen Nerven / von M. Bernhardt. Source: Wellcome Collection.
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![K'aSz (üdei- beide bei derselben Stroiustiii-ke), dajui KaOz, schliesslicli AOz eintreten. Die Möglichkeit des Versehwindens der Oeffnungszucku]igen wie sie Brenner und Erb beliauptet, wird von Andern (Leegard) be- stritten: nach Letzterem ist gerade der Umstand, dass bei ausgeprägter Uebererrcgbarkeit der Muskebi kräftige Oefflmngszuckungen bei fast den- selben Stromstärken auftreten, wie Scbliessungszuekungen, als ein wesent- liches Symptom dieser üebererregbarkeit anzusehen. Nur kurz wollen wir an dieser Stelle den Einwand Vulpian's (dem sich Goldschmidt in seiner 1877 zu Strassburg veröffentlichten Dissertation anschliesst) berühren, dass sich die Entartungsreaction am entblössten Muskel und Nerven nicht nachweisen lasse: theils haben wir selbst schon im Jahre 1875 das Gegentheil bewiesen, theils ist in einer besonderen, von Bastelberger unternommenen Arbeit die ün- haltbarkeit dieser Ansicht klargelegt worden. Allmälig sinkt iiun diese üebererregbarkeit wieder ab, und zwar imter die der gesunden Seite: dabei kann die Zusammenziehung noch langgezogen und träge sein und die ASz noch ihre hervorragende Stel- lung Ijehaupten; die KaOz tritt aber jetzt jedenfalls zurück, des- gleichen auch die AOz, erst später kehren diese bei der Oeffnung des Stromes zu erzielenden Eeactionen im Vergleich zu den Schliessungs- zu(;kungen wieder; ja, in miheilbaren Fähen (bei schhesslich voll- kommen ausgebildeter Degeneration) ist die Mögüchkeit der Hervor- rufung einer schwachen und trägen ASz das letzte Zeichen der Ee- action des der bindegewebigen Umwandlung anheimfallenden Muskels. Li welcher Beziehung nun, so fragen wir uns, stehen die oben geschilderten histologischen Veränderungen der Nerven und Muskeln bei derartigen schweren Lähmungen zu den eben beschriebenen elektrischen Erregbarkeits Verhältnissen ? Der in seinem peripherischen Verlauf in seiner Continuität getrennte motorische Nerv, dessen trophisches Centrum mit an Gewissheit gren- zender Wahrscheinlichkeit, in der grauen Substanz des Eückenmarks, speciell den grossen Ganglienzellen der Vordersäulen (beziehungsweise in den »Nervenkernen« des Hirns) zu suchen ist, verfällt der Degene- ration (Zerklüftung der Markscheiden und Achsencylinder, Schwund der letzteren, Umwandlung der Markscheide in Fett, Eesorption der letzteren. Wucherung der Kerne der S c h wann'schen Scheiden): damit sinkt seine Erreg- barkeit für beide Stromesarten. Zur Zeit der Eegeneration treten zuerst neu- gebildete Achsencylinder, welche entweder noch von gar keinen oder sehr schmalenMyelinscheidenumgeben sind, vom centralenStumpfdurch dieNarbe hindurch in die leeren oder mit degenerirtem Material erfüllten Nerven- scheiden des peripherischen Nervenabschnittes hinein: so wird die Willcns- leitung und die Eückkehr der Eeaction auf elektrische Eeize, sobald sie](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21293880_0001_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


