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Credit: Zur Geschichte der Sozialen Hygiene / von Th. Weyl. Source: Wellcome Collection.
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![sundheit nachteilig sind, werden wohl die wenigsten von meinen Mit- bürgern glauben, weil sie unmittelbar keine Krankheiten daraus entstehen sehen; aber die Sache Avird dadurch nicht weniger gewiß, und nur das eigentümliche Klima unserer Stadt sichert uns vor den davon zu be- fürchtenden Folgen. Indessen entschuldigt dies die Tat selbst nicht. Die unversiegbare Quelle der Unreinlichkeit und Unordnung auf den Gassen sind blos Trägheit, Nachlässigkeit und Mangel an Polizei. Fielen diese weg, so würde Rostock gewiß ebenso sehr auf den Ehrentitel einer reinlichen Stadt Anspruch machen können, als es jetzt die entgegen- gesetzte Erniedrigung verdient. Ohne übrigens die Bestandteile dieser widrigen Masse, welche so häufig die Mängel des hiesigen Plasters ver- deckt, zu untersuchen, will ich nur bemerken, daß ein großer Teil aus dem Kehricht der Häuser besteht, und daß auch gewöhnlich die heim- lichen Gemächer zur Vermehrung derselben dienen. Was diese letzte Quelle betrifft, so verdient es in der Tat die strengste Rüge, daß über- haupt so etwas geduldet wird; noch mehr aber, daß man sich nicht schämt, mit dergleichen pestilenzialischen Gerüchen die Gassen oft zu einer Zeit zu erfüllen, wo noch so mancher Vorübergehende seine Nase preisgeben muß, und daß man solche Haufen bisweilen ganz unverdeckt liegen läßt, um, wie es scheint, jeden Fußgänger vor ihrer Berührung zu warnen. Nicht selten durchwühlen noch Schweine, die man so wie Schafe, Hühner, Enten und andere Tiere auf den Straßen herumlaufen sieht, diese Haufen, und verbreiten dadurch einen kaum zu ertragenden Gestank, bis- weilen in den lebhaftesten Gegenden. Kein Mensch, der Liebe zur Ord- nung und Reinlichkeit hat, kann so etwas auch nur entschuldigen; und doch ist man hier indolent und gleichgültig genug, Erscheinungen der Art täglich wahrzunehmen, ohne nur irgend eine Maßregel zu üirer Ab- stellung zu ergreifen. Außerdem, daß man allen auf den Höfen und in den Häusern sich ansammelnden Unrat geradezu auf die Straßen wirft, gießt man dahin alles überflüssige Wasser, welches zur Wiaterzeit gefriert, dann aber den häufig schräg aufsteigenden Eingang in die Häuser sehr erschwert und gefährlich macht. In Rücksicht der mehrenteils auf den Höfen angebrachten Abtritte findet eine große Verschiedenheit statt. Besondere Ableitungskanäle, welche den Unrat allenfalls in die Warnow führten, gibt es nicht, da dieser Fluß nicht durch die Stadt selbst seinen Lauf nimmt. Auch gibt es nur wenige einzelne Gruben, in welchen man denselben ansammelt. In den allermeisten Häusern wird er nur in kleinen Behältern und Eimern zusammengehalten, und wöchentlich einmal oder öfter auf die Straße ge- schüttet, welches dann den schon oben erwähnten Uebelstand veranlaßt. (Festschr. d. Stadt Rostock, S. 186.) d) Beleuchtung. Die schmalen, gewundenen, schmutzigen und schlecht oder auch gar nicht gepflasterten Straßen der mittelalterlichen Städte waren, wenn sie nicht der Mond beleuchtete, in tiefes Dunkel getaucht. Der spät heimkehrende Wanderer mußte daher vorsichtig schreiten, um nicht zu fallen oder wenn er ein feiner Mann war, ließ er sich von Dienern, die Fackeln, Laternen oder Windlichter trugen, nach Hause geleiten. Nur beim Besuch hoher Gäste in der Stadt zündete] man Laternen vor den Häusern an. Bei Feuersbrünsten wurden wenigstens an den Eckhäusern Laternen angesteckt (Kriegk, S. 292). 33](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2135988x_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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