Kriegschirurgische Erfahrungen gesammelt in Carlsruhe, 1870 und 1871 / von August Socin.
- Date:
- 1872
Licence: Public Domain Mark
Credit: Kriegschirurgische Erfahrungen gesammelt in Carlsruhe, 1870 und 1871 / von August Socin. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
49/232 page 33
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![befallen und bevor bei diesem die Rose abgeblasst war, recidivirte sie bei dem Ellbogenresecirten; zu dieser Zeit erkrankte dann auch ein 3. ganz leicht (2 Tage lang). — Schliesslich trat noch Ende Januar ein sehr leichtes Erysipel bei einem am Fusse Verletzten auf. Von da an zeigte sich bis Ende März die Rose nie mehr. In der zweiten Baracke machten wir älinliche Beobachtungen; hier trat das Erysipel erst Mitte Novcml)er auf und zwar bis fhide December, 4 Mal je ein Fall. VAii Zusammenhang konnte nicht constatirt werden. Nach längerer Pause, Ende Januar, wurden drei neben ein- ander liegende Kranke zu gleiclier Zeit befallen; der eine, welcher an einer hohen Oberschenkel- tractur schon (3 Monate lag, starb au Pyämie. In den Monaten Februar und März zeigte sich je ein Fall. Während also im Baluilioflazarett eine, wenn auch nicht grosse, doch continuirlich ge- kettete Zahl von Erysipelfällen zu beobachten war, kam es in den Baracken nie zu einer förm- lichen Endemie. Die meisten der daselbst Inficirten erkrankten nur leicht und kurz. Es ist demnach ein entschieden guter Eintluss der Baracken nicht zu verkennen, nur darf man von diesem modernen SpitaDiau nicht mehr verlangen, als was gut ventilirte Luft, gepaart mit äusserster Reinlichkeit, zu leisten im Stande ist. Viele ha])en ihre ErAvartungen von den Baracken viel zu hoch gespannt und da gemeint, es brauche ein Verwundeter nur unter einem Zelt oder in einem luftigen Holzhaus zu liegen, um vor jedem Contagium sicher zu sein. Vielleicht werden diese enttäuscht den Stab über die Neuerung brechen , ich aber denke, dass der Barackenbau im Feld sich glänzend bewährt hat, denn ihm allein haben wir es zu verchinken, dass es, im grellen Gegensatz zu früheren Feldzügen, gelungen ist, einer grossen Anzahl von Verwundeten die Wohlthateu einer geregelten Spital]ttlege angedeihen zu lassen. Die allgemeine relative Frequenz des Erysipels betrug 0,5 pCt.; die Nationalität hatte keinen Eintluss, indem von den Deutschen 6,4 pCt., von den Franzosen 6,7 pCt. erkrankten. Mit Bezug auf die verschiedenen Körperregionen kamen von unsern 42 Fällen vor: am Kopf 3 = 7,1 pCt. am Rumpf 2 = 4,8 pCt. an der obern Extremität 17 = 40,4 pCt. an der untern Extremität 20 = 47,6 pCt. Diese Zahlen zeigen aber nicht die leichte Haftbarkeit der Infection an einem bestimmten Körper- theil; woUen wir ül)er diese einen Aufschluss bekommen, so müssen wir das Verhältniss der Er- krankungen an einzelnen Regionen mit der Gcsammtzahl der Verletzungen dieser Regionen ver- gleichen. Wir kommen dabei zu folgendem Ergebuiss: Von den am Kopf Verletzten sind an Erysipel erkrankt 7 pCt. „ „ „ Rumpf „ „ „ „ „ ],6 pCt. „ „ an der oljerou Extremität Verletzten sind au Erysipel erkrankt 12,6 pOt. ,1 „ „ unteren „ „ „ „ „ „ 6,1 pCt. Eine gleiche Berechnung, angestellt an 141 Fällen aus dem Basler Spital, ergiebt, dass im Durch- schnitt 7 pCt. aller mit offenen Wunden Behafteten au Erysipel erkrankten. Von diesen 141 Fällen kamen vor am Kopfe 44,3 pCt. - „ Rumpfe 8,4 pCt. an der obern Extremität 15,4 pCt. „ „ untern „ 31,7 pCt. Bei der Vergleichuug der Gesaramtzahl der an den verschiedenen Regionen vorkommenden Ver- letzungen überhaupt ergie))t sich, dass in Basel auf 100 Kopfverletzungen 9,22 Fälle von Erysipel „ „ Rumpfverletzungen 2,38 „ „ „ Süciu, kriegscliirurjj. Erfalirungeu. 5](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2191817x_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)