Kriegschirurgische Erfahrungen gesammelt in Carlsruhe, 1870 und 1871 / von August Socin.
- Date:
- 1872
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Credit: Kriegschirurgische Erfahrungen gesammelt in Carlsruhe, 1870 und 1871 / von August Socin. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![von üebertraguiig für Nosocomialgangrän als leicht möglich zngiebt. Es versteht sich von selbst, (lass ich gleich Befehl gab, den Ballen sammt Inhalt zu verbrennen. Uebrigens sollten wir mit dem nnwillkommenen Gast noelimals Bekanntschaft machen. Den 4. October brachte uns CoUega Heine einen Transport von G2 schwer Verwundeten aus Nancy. Darunter waren zwei, der eine mit einem Schuss durch die linke Scliulter (4. Mal- deit, Carl, Fol. 120), der andere mit einer Schussfractur des Unterkiefers rechts (5. Geb- hardt, Fritz, Fol. 49), welche bei ihrer Aufnahme alle Zeichen gangränöser Diplitheritis hatten; bei beiden stellte'die Cauterisation mit Eisenchlorid in kurzer Zeit das gute Aussehen der Wunden wieder her. Bei einem dritten recidivirte der Hospitall)rand zwei Mal: G. Blaschke, August, Fol. 472 , Garde-Gren.-Reg., verwundet bei Gravclotte, 18. August. Schussfractur des linken Unterschenkels mit grossem Substanzverlust der Weicb- theile und Knochen. Bei seiner Aufnahme, am 4. October, ist die an der Wade gelegene Ausgangswunde zackig ausgerandet, und gefüllt mit einem gelblichen pulpösen Brei; die Um- gebung stark ödematüs geschwellt. 4 Tage lang Fieber. Rasche Besserung durch liäufige Verbände mit starker Carbolsüurelösung. Am 3ü. October mit plutzlicliem hohem Fieber zeigen sich die gleichen Veränderungen an derselben Wunde. 4. Nov. Transport in die Turidiallenbaracke Nro. 1. Die Wunde ist thalergross mit nekrotischem Belag, lividen stark aufgeworfenen Rändern. Die vordere grosse Wunde noch ganz rein. In den nächsten Tagen nimmt die hintere Wunde bedeutend an Umfimg zu. Auch am obern Winkel der vordem Wunde zeigt sich der phagedänische Belag. Der Kranke wird in die Brandbaracke isolirt, seine Wunde mit SOprocent. Carbolsäurcliisung ver- bunden. Am 1. Nov., da eine nicht unbedeutende Carbolsäureintoxication (schwarzer Urin, Erbrechen, CoUapsus) sich eingestellt, die hintere Wunde kraterförmig, die vordere ganz pul- pös ist, Cauterisation mit Ferr. scsquichlorat. (40 Beauuii'). Rasche Besserung des Aussehens der Wunden, welehe unter wieder aufgenommener Carbolbehandlung den 1!). Nov. ganz rein sind und schön graiiuliren. Am 0. December bei der Abbisung eines tiefen Tibialfragmentes belegt sich die vordere Wunde wieder; 20procent. Lösung von Carbolsäure. Nach 3 Tagen alles wieder gut. Bei einem vierten Verwundeten aus Nanzig war es zweifelhaft, ol) er schon inlicirt angekommen oder erst inficirt worden sei: 7. Süssmaier, Vincenz, Fol. 212, verwundet bei Beaumont am 31. August. Schuss- fractur des rechten Oberarms, aufgenommen den 4. Oct. mit eng anliegendem Gypsverbantl, aus dessen Fenstern die stark geschwollenen Weichtheile mit den enorm ödematösen Wunden lier- vorquellen, hohes Fieber. Wechsel des Verb.andes. Eröffnung eines grossen Abscesses. Besserung. 25. October, nachdem sieh das Fieber schon einige Tage vorher vermehrt hatte, sehen die Wunden übel aus, mit einem grangelben ]>clag bedeckt, unter welchem sie sich rasch vergrössei-n. Die Räiulcr sehr geschwellt, blass, in weitem Umkreis (idcmatös, die ganze Wunde sehr empfindlich; 15 procent. Carbolsäure, worauf deutliche Carbolintoxication (Temp. 35, 5). 7. Nov. Transport in Baracke II. IG. Nov. Wunden ganz rein, 18, Nov. unter heftigem Fieber fünftägiges Erysipel, Heilung, In der Baracke II, in welche dieser letzte Kranke vor vollständiger Eeinigung seiner AVundeu am 7, Nov, gebracht worden war, kam den IS, Nov. noch ein anderer Fall vor, bei einem ebenfalls aus Nancy stammenden Verwundeten, welchem Heine den Ellbogen re- secirt hatte. 8. Belg er. Gottlieb, Fol. 229, verwundet bei Toni den 16. August. Schuss durch das linke Ellbogengelenk. Resection in Nancy. Bei der Aufnalime Gypsverband, starke Scliwellung der Wundränder, Decubitus am Kreuz und der linken Schulter, hohes Fieber, Nach Weg- nahme des Verbandes fanden sich unter demselben gross- Abscesse und Decubitusstellen. Lagerung in einer Dralitschiene, rasche Besserung. 9. Nov. Transport in Baracke II. 18. Nov., ohne Fieber, bekommen Resections- und Incisionswunde ein missferbiges Aussehen mit stark wulstig vorragenden Rändern. Umgebung ödematös geschwellt, prall gOspannt, schmerzhaft. 19. Nov., beide Wunden weissgrau, pulpüs. Entfernung grosser Massen eines leicht zerreiss- lichen, käsigen, bröcklichen Breies. — Concentrirte Carbolsäure, — Bei der Incisionswunde geht die Zerstörung mehr in die Tiefe, bei der schon theilweise vernarbten Resectiouswunde](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2191817x_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)