Beitrag zur Kenntniss der Metastasen des primären Nierenkrebses ... / vorgelegt von Hans Sutter.
- Sutter, Hans
- Date:
- 1902
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Credit: Beitrag zur Kenntniss der Metastasen des primären Nierenkrebses ... / vorgelegt von Hans Sutter. Source: Wellcome Collection.
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![unterscheidende. “ Biedermann, der unter Ribbert drei Papillome beschrieb, kommt wieder zu folgenden Schlüssen: „Die papillär gebauten Neubildungen der äussern Haut ent¬ stehen auf Grund einer Wucherung des Bindegewebes, welches unter lebhafter Betheiligung nach aufwärts strahlender Gefässe in die Höhe wächst und das Epithel emporhebt. Durch Verlängerung und Neubildung der Papillen erzeugt es,, je nach Gestalt uud Verzweigung dieser, bald den zottigen Bau, bald die knopfartige, knollige Form der Geschwulst .... Das Epithel wächst insoweit mit, als es die grösseren binde¬ gewebigen Flächen bekleiden muss und sich dabei gleichzeitig verdickt. Es hat dagegen keinen bestimmenden Einfluss auf die Entstehung und Form der papillären Neu¬ bildung, wächst nicht selbstständig und niemals in die Tiefe.“ Alb. Steiner beantwortet diese Frage unter Hanau’s Leitung und kommt zu folgenden Resultaten: „Dem Epithel kommt ein formativer Einfluss auf das biologisch tiefer stehende Binde¬ gewebe zu, ein Satz, welchem sowohl für die ganze normale Entwickelungslehre, wie für die Entstehung der epithelialen Geschwülste eine grundsätzliche und sehr weitgreifende Be-! deutung zukommt.“ Wir sehen also, dass in dieser Frage bis! heute noch keine Einigung erzielt worden ist. Eine Einigung wird auch nicht erreicht werden, so lange man nicht den biologischen Charakter der betreffenden Neu¬ bildung berücksichtigt, d. h. so lange man nicht zwischen gut¬ artigen und bösartigen Geschwülsten unterscheidet. Da de] Einfluss der einen Gewebsart auf die andere im Wesentlicher wohl von der relativen Wachsthums-Energie der einen odei anderen abhängt, so wird jeweilen diejenige Zellart die führend* f Rolle übernehmen, deren Wachsthums-Energie grösser ist. Be j. gutartigen Geschwülsten in Epithel und Bindegewebe enthaltender!! Organen ist es a priori durchaus möglich, dass, wie Steine i im Anschluss an Hanau betont, dem Epithel ein formativer Einfluss auf das biologisch tiefer stehende Bindegewebe zukommtf Immerhin scheint, wie Ribbert selbst neuerdings in seinen Lehrbuche (S. 511) betont, zwischen der einen und andere] Zellart ein gewisses Gleichgewicht zu bestehen, Dank welchen die eine sich nicht zu sehr auf Kosten der anderen entwickele](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30602336_0034.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


