Die Methoden der Milchuntersuchung : für Aerzte, Chemiker und Hygieniker / zusammengestellt von Paul Sommerfeld ; mit einem Vorwort von Adolf Baginsky.
- Sommerfeld Paul, 1869-
- Date:
- 1896
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Credit: Die Methoden der Milchuntersuchung : für Aerzte, Chemiker und Hygieniker / zusammengestellt von Paul Sommerfeld ; mit einem Vorwort von Adolf Baginsky. Source: Wellcome Collection.
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![PS aus dem Filter bevor sich der Niederschlag darauf befindet, jede Spur überflüssiger Fehling'scher Lösung zu entfernen und diesen so lange durch Decantiren auszuwaschen, bis die Flüssigkeit keine alkalische oder Kupferreaction (Rothfärbung der salzsauren Lösung durch Feri'o- cyankalium) mehr zeigt. Soxhlet und Allihn benutzen zur Filtration mit Asbest beschickte Kugelröhren. Niederschlag mit Filter werden bei 100 getrocknet und in einem getrockneten und gewogenen Porzellantiegel geglüht, bis das Filter völlig verbrannt ist. Dann wird die Flamme gelöscht, das Kupferoxydul mit einer dichten Lage Schwefelpnlver bedeckt, der Tiegel mit einem mit Gaszuleitungsrohr (Rose'scher Tiegel) versehenen Deckel bedeckt. Wasser- stoffgas so lange durchgeleitet, bis man annehmen darf, dass die Luft verdrängt ist, und darauf 15 Minuten im Wasserstolfstrom geglüht. Hierdurch wird das Kupferoxydul in Schwefelkupfer verwandelt und als solches gewogen. Vom Gewicht zieht man die bekannte Filterasche ab und berechnet aus unten stehender Tabelle den Milchzucker. Man kann auch das Kupferoxydul ohne Schwefelzusatz im Wasser- stoffstrom glühen und das entstandene metalhsche Kupfer wägen. Oder man filtrirt von vornherein das ausgefällte Kupferoxydul durch ein getrocknetes und gewogenes Filter, trocknet bei 100° zum constanten Gewicht und bestimmt aus der Differenz der beiden Wägungen die Menge des Kupferoxyduls. Noch einfacher ist es, nach dem Verbrennen des Filters den abgekühlten Tiegelinhalt mit einigen Tropfen conc. Salpeter- säure zu befeuchten, die Säure vorsichtig zu verdampfen und das ge- bildete Kupfernitrat zu glühen. Es bildet sich schwarzes Kupferoxyd, welches gewogen und auf Milchzucker berechnet wird. Für sehr genaue Bestimmungen empfiehlt sich immer das Glühen im Wasserstoffstrom und Bestimmung als Schwefelkupfer oder metallisches Kupfer. In der folgenden Tabelle sucht man diejenige Zahl, die gegen die gefundene Zahl für Schwefelkupfer oder metallisches Kupfer die nächst niedrige ist, zieht sie von der gefundenen ab und multiplicirt den Rest mit dem nebenstehenden Factor. Diese Zahl addirt man zu der in der Tabelle angegebenen Zahl für Zucker. Z. B.: Es sind gefunden 0,2046 g metallisches Kupfer. Die nächst niedere Zahlt ist 0,2040 g, dazu gehörig 0,150 g Milchzucker und der Factor 0,78. Demnach entspricht die gefundene Menge Kupfer [(0,2046 — 0,2040) X 0,78] + 0,150 = [0,0006 X 0,78] + 0,150 = 0,1505 1 g Kupferoxydul entspricht 0,8876 g, 1 g Kupferoxyd 0,7079 g metallischem Kupfer.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21717564_0039.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)