Die Methoden der Milchuntersuchung : für Aerzte, Chemiker und Hygieniker / zusammengestellt von Paul Sommerfeld ; mit einem Vorwort von Adolf Baginsky.
- Sommerfeld Paul, 1869-
- Date:
- 1896
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Credit: Die Methoden der Milchuntersuchung : für Aerzte, Chemiker und Hygieniker / zusammengestellt von Paul Sommerfeld ; mit einem Vorwort von Adolf Baginsky. Source: Wellcome Collection.
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![C. Bestimmung durch Ermittlung der Circularpolarisation. 50 ccm Milch werden in einem etwa 150 ccm fassenden Kolben mit 25 ccm neutraler Bleiacetatlösung versetzt, tüchtig durchgeschüttelt und bis zum Sieden erhitzt. Um ein Entweichen von Flüssigkeit zu verhindern, wird der Kolben mit Kork, der ein 50 cm langes als Rückflusskühler dienendes Glasrohr trägt, verschlossen. Nach einmaligem Aufkochen lässt man den Kolbeninhalt völlig erkalten und filtrirt durch ein trocknes Filter. Das Filtrat ]nuss absolut klar sein und eventuell mehrere Male fdtrit werden. Mit der Flüssigkeit füllt man ein 200 mm langes Beobachtungsrohr so, dass keine Luftblasen darin sind und he- stiramt zweckmässig bei 20^ mit einem Polarisationsapparat den Drehungswinkel. Die spezifische Drehung des Milchzuckers bei 20^ ist für Natriumlicht -\- 52,53°; es enthalten 100 ccm Milch, wenn der abgelesene Winkel a und das 2. Beobachtnngsrolii- 200 mm lang ist: 100 3 1 , « . . — . — = «. 1,4277 g Milchzucker. Die Polarisation kann man mit dem Landolt'schen Halbschattcn- apparat vornehmen. Das Beobaclitungsrohr wird zunächst mit destillirtem Wasser gefüllt eingelegt und der Nullpunkt festgestellt, d. i. der Punkt, bei dem beide Hälften d€s Gesichtsfeldes genau gleich hell sind. Ist dies durch eine Reihe von Ablesungen geschehen, so fügt man die Röhre mit der zu untersuchenden Flüssigkeit ein und dreht so lange bis die nun verschieden hellen Hälften wieder gleiche Helligkeit zeigen. Durch mehrere Versuche ermittelt man, um wie viel Grad gedreht Averden musste. VIII. Bestimiiiimg der Citroueiisäure. Die Bestimmung dieser Säure kann bei den gewölmliehen Handels- Analysen unterbleiben, da aus ihrer Menge Schlüsse auf die Güte der Milch nicht zu ziehen sind. Zur Isolirung bedarf man einer grösseren Menge Milch, etwa 20 Ltr. Man entrahmt sie, lässt coaguliren, klärt das Serum durch Kochen mit Bleiessig, liltrirt, fällt das Filtrat mit Bleiacetat und zersetzt den ent- standenen Niederschlag mit Sehwefelwasserstofl'. Das Filtrat vom Schwefelblei wird eingedampft, nach dem Erkalten mit Aether extrahirt. Die ätherische Lösung wird verdajnpft, der Rückstand im Exsiccator über Schwefelsäure getrocknet und gewogen. (Vaudin.) Eine von A. Scheibe angegebene Titrirmethode der Citronensäure beruht auf der Fällung der Säure durch alkoliolisches Ammoniak und Titrirung des Triammoniumcitrats mit Chromsäure. Letztere wird zu Sommerfeld. Miloliuntersuchung. g](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21717564_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)