Die Methoden der Milchuntersuchung : für Aerzte, Chemiker und Hygieniker / zusammengestellt von Paul Sommerfeld ; mit einem Vorwort von Adolf Baginsky.
- Sommerfeld Paul, 1869-
- Date:
- 1896
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Credit: Die Methoden der Milchuntersuchung : für Aerzte, Chemiker und Hygieniker / zusammengestellt von Paul Sommerfeld ; mit einem Vorwort von Adolf Baginsky. Source: Wellcome Collection.
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![Schäften mittheilt, während die andern nur eine gelbliche Färbung her- vorrufen. Die betreffende Speeles bewirkt einen schleimigen Niederschlag und alkalische Reaction, der Niederschlag löst sich nach einiger Zeit, die Milch wird diinnfliissig und lluorescirt. c) Der Lcichmann'sche Bacillus ist ein schlankes Stäbchen mit ab- gerundeten Ecken, allein oder zu zweien, selten in Ketten liegend, das sterile Milch bis 50*^ unter heftiger Gasentwicklung und Gährung mit schleimiger Veränderung der Molke zersetzt. 6. Bittere Milch produciren der Proteus vulgaris Haus er, der Ba- cillus von Bleisch, der Bacillus und der Micrococcus liquefaciens lactis amari Freudenreich, die Bacterien der bitteren Milch von Hüppe, Flügge (vergl. unten), sowie eine Reihe von von Sterling aufgefundenen Bacterien. Der bittere Geschmack ist die Folge der Bildung von Pepton, das sich im Serum der peptonisirten Milch nachweisen lässt. Beim Ver- setzen desselben mit Kali oder Natronlauge und einigen Tropfen ver- dünnter Kupfersulfatlösung, entsteht eine violett bis rothe Färbung, die den Peptonen eigenthümliche Biuretreaktiön. Sogenannte „Giftige Milch, die auf den Organismus alkaloidartig wirkt, entsteht wahrscheinlich in Folge Bildung von Ptomainen oder Toxinen aus den durch Bacterien zersetzten Eiweisskörpern der Milch. Zur Beseitigung der geschilderten Milchfehler, die meist eine Folge ungenügender Reinlichkeit sind, ist eine gründliche, nasse Reinigung der Ställe anzuordnen, frisches Kalken der Wände, Auskochen aller Gefässe und sorgfältige Waschung der Euter mit warmem, ausgekochtem Wasser, sowie peinliche Säuberung der mit dem Melken betrauten Personen. Von den zahlreichen in fast jeder Milch enthaltenen Microorganismen verlangen die peptonisirenden Arten, die sogenannten Bacterien der bitteren Milch Hüppe's (vergi. oben) besondere Beachtung. Zu ihnen gehören eine Anzahl streng anaerobe und 12 facultativ anaerobe neuerdings von Flügge genauer beschriebene Arten (darunter nach Fl. wahrscheinlich die schon früher beschriebenen Bac. mesentericus fuscus und vulgaris, Bac. liodermis, B. albus lactis Löffler, B. butyricus Hüppe undBotkin, die Bacterien Duclaux, der Krüger'sche Bacillus, Proteus vulgaris, der Micrococcus Conn, Clostridium foetidum und butyricum, Bac. mus- coides Liborius) und vier Varietäten einer von Sterling Bacterium lactis peptonans genannten Gattung. Es ist das A^erdienst Flügge's, das Verhalten der die Milch, oder richtiger das Casein der Milch peptoni- sirenden Bacterien, die zum grössten Theil zur Gruppe der Heu- und Ka]-toffelbacillen gehören, genauer studirt und auf ihre gefährlichen Eigen- 4*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21717564_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


