Bernardino Ramazzini, der Vater der Gewerbehygiene, 1633-1714 : sein Leben und seine Werke / Franz Koelsch.
- Koelsch, Franz.
- Date:
- 1912
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Credit: Bernardino Ramazzini, der Vater der Gewerbehygiene, 1633-1714 : sein Leben und seine Werke / Franz Koelsch. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Autor beschreibt darin die Oberfläche und geologische Struktur des Bodens, Stand und Bewegung des Grundwassers, Einrichtung der Brunnen, die Maßnahmen zur Verhütung der Brunnenverunreinigung usw. „Ein moderner Hygieniker könnte kein besseres und vollkommeneres Buch über diesen Gegenstand schreiben“ IMag- giora). Das Werk enthält ferner Aufzeichnungen über die Bodentemperaturen in verschiedenen Tiefen bis 80 Fuß (= etwa 18 m), die ersten derartigen Messungen, die in Europa gemacht wurden. Weiterhin veranstaltete Ramazzini eine Neuausgabe einer Abhand- lung des Francesco Ariosto (1460): De Oleo montis Zibinii seu Petroleo agri Mutinensis, welche bisher nur in einer dänischen Ausgabe vorlag, besorgt von dem Kopenhagener Professor Oligerus Jacobeus, 1090. Aber eine so ausgeprägte Individualität wie Ramazzini konnte sich nicht auf einen einfachen wörtlichen Abdruck beschränken, vielmehr ergänzte er das Werkchen in jeder Beziehung, stieg selbst in die Petroleumbrunnen hinab, um eventuelle Schädigungen der Arbeiter kennen zu lernen, stellte klinische und experimentelle Versuche an über eventuelle therapeutische Verwendbarkeit des Oeles, über seinen Einfluß auf die Helminthen, über den Gesundheitsschutz der Petroleumarbeiter; endlich fügte er dem Bändchen noch Briefe an Ariost bei. (Von dieser Neuausgabe erschien 1713 eine zweite Auflage.) Die letzte Arbeit unseres Autors, kurz vor seinem Tode vollendet, bilden die Annotationes in librum Ludovici Cornelii de vitae sobriae commodis, Padua 1714 [außerdem in einer italienischen (1744) und einer französischen (1861) Uebersetzung bekannt]. Dieser Luigi Cornelius war ein venezianischer Patrizier, der ein außerordentlich ausschweifendes Leben führte, bis er einmal schwer erkrankte. Seine Aerzte versprachen ihm eine Genesung nur unter der Bedingung, daß er ein anderes, solides Leben beginne. Tatsächlich genas er und suchte sich fortab der mensch- lichen Gesellschaft nützlich zu erweisen; er widmete sich der Boden- kultur, trocknete Sümpfe aus, erbaute den Bauern anständige W'ohnun- gen usw. Am Abend seines Lebens schrieb er zu Nutz und Frommen der Nachwelt seine Memoiren nieder und machte Propaganda für ein mäßiges und arbeitsames Leben. Ramazzini gab dem Büchlein ergänzende und erläuternde Noten bei und korrigierte die Ungenauigkeiten des „Laien“ Cornelius bezüglich der medizinischen Darstellung. Zweifellos war Ramazzinis Name und Mitwirkung mit die Ursuche des Erfolges, welcher dem Werkchen beschieden war. Die bisher angeführten Werke Ramazzinis wurden (außer in den angegebenen Ausgaben) auch noch in verschiedenen Gesamtausgaben veröffentlicht1). Anzufügen sind noch die polemischen Schriften, ') Gesamtausgaben seiner Werke sind bekannt: 1689 Köln (opera, qualia eo tempore prodierant), zitiert von Haller.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038435_0018.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)