Das Auge der Wassersäugetiere : Inaugural-Dissertation, welche nebst den beigefügten Thesen mit Genehmigung der hohen philosophischen Facultät der Känlich. Universität Breslau zur Erlangung der philosophischen Doctorwürde / öffentlich verteidigen wird August Pütter.
- Pütter, August.
- Date:
- 1901
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Credit: Das Auge der Wassersäugetiere : Inaugural-Dissertation, welche nebst den beigefügten Thesen mit Genehmigung der hohen philosophischen Facultät der Känlich. Universität Breslau zur Erlangung der philosophischen Doctorwürde / öffentlich verteidigen wird August Pütter. Source: Wellcome Collection.
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![ist, wie Grossmann und Mayerhausen angeben (12 p. 234), insofern optisch von Bedeutung, als unter sonst gleichen Verhältnissen bei grösserem Cornealbogen die peripheren Netzhautpartien mehr Licht durch die Pupille empfangen. Für Wassertiere, die bei schwächerem Licht sehen müssen, ähnlich wie die Nacht- oder Dämmerungstiere, ist daher eine grosse Cornea sicher von Nutzen. So finden wir denn auch die relativ grössten Hornhäute unter den Wirbeltieren bei den typischen Wasserwirbeltieren, den Fischen, bei ihnen beträgt das Verhältnis des Cornealdurchmessers zum Bulbus- durchmesser 1,3 bis 1,5 (Leuckhart 13 p. 208). Während aus optischen Gründen eine möglichst grosse Cornea für die Wassertiere wünschenswert erscheint, wirken die thermischen und mechanischen Reize zusammen in ent- gegengesetzter Richtung auf die Hornhaut ein. Ein Gewölbe, und ein solches stellt die Hornhaut doch dar, ist um so tragfähiger, je geringer seine Spannweite ist, hier wird also eine Verkleinerung von Nutzen sein und ebenso ist es für ein homöothermes Tier viel leichter, eine relativ kleine Cornea auf Körpertemperatur zu erhalten, als eine grosse, wenn nicht besondere Einrichtungen getroffen sind, die auch auf grössere Entfernung vom Cornealrande hin eine lebhafte Wärmezufuhr ermöglichen. Ein Sinken der Temperatur der Cornea ist sicher von Nachteil. Schon 1857 zeigte Kunde (8), dass sich beim Frosch Cornea und Linse in der Kälte trüben, 1899 untersuchte von Michel (30) diese Erscheinung von neuem und fand, dass die Trübung durch Wasseraustritt aus den eiweissreichen Geweben des Auges entsteht. Mit eine]- Trübung der Cornea ist aber das ganze Auge wertlos. Die Dicke der Cornea scheint optisch von keiner Be- deutung zu sein, da ja der Brechungsindex der Hornhaut fast gleich dem des Kammerwassers ist. Desto mächtiger wirken die mechanischen Reize bestimmend auf die Dicken- ausbildung ein. Wir sahen vorher, wie das Corneagewölfoe dadurch tragfähiger gemacht wurde, dass es flach konstruiert](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2163967x_0012.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)