Das Auge der Wassersäugetiere : Inaugural-Dissertation, welche nebst den beigefügten Thesen mit Genehmigung der hohen philosophischen Facultät der Känlich. Universität Breslau zur Erlangung der philosophischen Doctorwürde / öffentlich verteidigen wird August Pütter.
- Pütter, August.
- Date:
- 1901
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Credit: Das Auge der Wassersäugetiere : Inaugural-Dissertation, welche nebst den beigefügten Thesen mit Genehmigung der hohen philosophischen Facultät der Känlich. Universität Breslau zur Erlangung der philosophischen Doctorwürde / öffentlich verteidigen wird August Pütter. Source: Wellcome Collection.
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![_ 19 — Ifcoffer] nichl für die Cornea und Conjunctiva höchst nach- teilig sein könnte und besondere Schutzvorrichtungen gegen eine°solche chemische oder osmotische Wirkung nötig machen sollte. Dass bei einer direkten Berührung der Cornea und Conjunctiva eine osmotische Wirkung auf dieselben ausgeübt werden müsste, wird sehr wahrscheinlich, wenn man erwägt, dass das Meerwasser eine Salzlösung von etwa 3 bis 4°/0 darstellt, während eine physiologische Kochsalzlösung, die den Geweben isothonisch ist und also keine osmotische Wirkung ausübt, 0,6 bis 0,9 °/0 stark ist. Fassen wir das eben Gesagte zusammen, so wird es darnach unsere Aufgabe sein, die Besonderheiten, die das Auge der Wassersäugetiere von dem der Landsäugetiere unterscheiden unserem Verständnis dadurch näher zu bringen, dass wir sie darstellen als Produkt: 1. Optischer Anpassung. 2. Thermischer Anpassung. 3. Hydrostatischer Anpassung. 4. Hydrodynamischer und chemischer Anpassung. In welcher Zusammensetzung diese vier Faktoren, die teils in derselben, teils in entgegengesetzter Richtung wirken, an der charakteristischen Ausgestaltung der Augen der ver- schiedenen Wassersäugetiere beteiligt sind, das zu analysieren soll versucht werden. Es ist schon a priori wahrscheinlich, dass eine solche Analyse des Baues des Auges als Erfolg der Wirkung äusserer Bedingungen nicht ohne Eest aufgehen wird. Wir werden in die Lage kommen, für Eigentümlichkeiten des Auges zwar ihren prinzipiellen Nutzen auffinden zu können, während wir keinen hinreichenden Grund dafür angeben können, warum die Durchführung des Prinzips das eine Mal in dieser, das andere Mal in einer andern Weise variiert ist. In solchen Fällen müssen wir uns zunächst daran erinnern, dass die Wassersäugetiere nicht eine monophyletische Gruppe darstellen, sondern, dass hier von vier verschiedenen Stämmen Reihen ausgehen, die in ihrem Körperbau durch die An- passung an das Wasserleben convergieren. Aus dem ganz](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2163967x_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)