Das Auge der Wassersäugetiere : Inaugural-Dissertation, welche nebst den beigefügten Thesen mit Genehmigung der hohen philosophischen Facultät der Känlich. Universität Breslau zur Erlangung der philosophischen Doctorwürde / öffentlich verteidigen wird August Pütter.
- Pütter, August.
- Date:
- 1901
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Credit: Das Auge der Wassersäugetiere : Inaugural-Dissertation, welche nebst den beigefügten Thesen mit Genehmigung der hohen philosophischen Facultät der Känlich. Universität Breslau zur Erlangung der philosophischen Doctorwürde / öffentlich verteidigen wird August Pütter. Source: Wellcome Collection.
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![wie 1:0.79 (Matt h iesseö 20 p. 53), aber <He Hornhaut dient doch als wesentliche Unterstützung der Linse. Anders bei den Wassersäugetieren. Der Brechungsindex der Horn- haut ist hei allen daraufhin untersuchten Tieren fast der gleiche und etwa gleich dem des Kammerwassers. Beim Menschen beträgt er 1,3771, beim Seiwal (Balaenoptera borealis) nach Matthiessen (20]). 71) 1,3762. Da nun der Brechungsindex des Seewassers fast eben so gross ist, so fällt im Wasser die Hornhaut vollkommen als brechendes Medium fort, Matthiessen macht hierüber folgende An- gaben : ..Ks ist für Süsswasser n = 1,3335, für Seewasser von etwa 2°/0 Salzgehalt 1,8393 und für das Kammerwasser gleich 1,3360. Demnach wird das Hornhautsystem der Süss- wasserfische wie eine sehr schwache Collectivlinse und das der Seefische, wie eine sehr schwache Dispersivlinse. So ist z. B. beim gemeinen Delphin (Phocaena) der Krümmungsradius der Hornhaut gleich 17,0 mm, mithin die hintere Brenn- weite 6800 mm; es kann also der Brechwert \/cp vollständig vernachlässigt werden. (17 p. 521). Die Wölbung der Cornea ist also für Wassertiere op- tisch von keiner Bedeutung, auch für die thermischen Ver- hältnisse dürfte keine bestimmte Form der Hornhaut be- sondere Vorteile bieten. Wohl aber wirken die mechanischen Keize in einer ganz bestimmten Richtung. Soll ein Gewölbe möglichst widerstandsfähig gegen Druck gemacht werden, so wird dies, ceteris paribus, dadurch zu erreichen sein, dass man es flach konstruiert, besonders bei der Form der Wider- lager, die hier in der Sclera gegeben sind. Es ist ein all- gemeiner bautechnischer Grundsatz, dass eine Kraft, deren Richtung aus dem Widerlager herausfällt, eine Gefahr für das Gebäude werden kann, dass dagegen eine Kraft, deren Richtung in das Widerlager hereinfällt, gut fundiert ist. Bei der Form der Sclera ist es klar, dass die Druckrichtung bei einer stark gewölbten Cornea in das Innere des Bulbus- raumes hereinfallen müsste, dass sie dagegen bei flachem Cornealgewölbe in die Sclera hineinfällt, also gut fundiert ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2163967x_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)