Über den ablauf einfacher Willkürlicher Bewegungen : habilitationsschrift zur elangung der venia legendi in der psychiatrie vorgelegt der hohen medizinishcen fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München.
- Isserlin, Max, 1879-1941.
- Date:
- 1910
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Credit: Über den ablauf einfacher Willkürlicher Bewegungen : habilitationsschrift zur elangung der venia legendi in der psychiatrie vorgelegt der hohen medizinishcen fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![keit einer Bewegung und ihrem Umfang, ist in der experimentellen Psychologie schon seit einiger Zeit bekannt. Bei der Untersuchung der Schrift ist festgestellt worden [von Binet und Courtieri), von ; Groß2)], daß die Schreibgeschwindigkeit mit der Größe der Buch- , staben zu- und abnimmt, daß aber die Tendenz besteht ein Zeichen , immer in ungefähr derselben Zeit zu schreiben. Diese Tatsache ist von Gr oß auf rhythmische Bestrebungen bezogen worden, und zweifei- < los wird man solche insbesondere bei der Schrift zugestehen müssen. ; Andererseits wird es nicht ohne Bedeutung für die Auffassung dieser ' Vorgänge sein, zu berücksichtigen, daß es, wie früher gezeigt, sehr schwierig ist, hohe Geschwindigkeiten abzubremsen, und , daß schon aus diesem Grunde bei schnellen Bewegungen : eine Verlängerung des Weges eintreten muß. Analoge, mehr physiologische Gründe sind wohl auch für die Erfassung der von jenen Autoren festgestellten Gesetzmäßigkeit mit zu berücksichtigen, soweit sie sich auf kurze Bewegungen bezieht. Wenn kurze, bzw. kleine Buchstaben relativ langsamer geschrieben w-erden, so daß eben die Tatsache der verhältnismäßigen Konstanz der Schreibzeiten der Buchstaben zutage tritt, so kann das auch noch andere Gründe haben, als bloß die psychologischen des rhythmischen Gefühls. Auch in unseren Versuchen haben wir feststellen können, daß ganz kurze Bewegungen eine unverhältnismäßig lange Zeit be- anspruchen, und wir haben diese Tatsache auf den Mechanismus der Innervationen und ihrer Latenzzeiten zurückgeführt. Inwieweit der Eückstoß und seine Bremsung für die Schrift eine Bolle spielt, hat bereits Bieger^) in sehr fesselnden Ausführungen dargetan. Andererseits dürfen diese Gründe nicht zu einseitig für die Auf- fassung der Bewegungskurve betont werden. Es spielen zweifellos psychische Momente für die Art der Innervation eine Bolle, auch wenn sie nicht als besondere bewußte Absichten hervoitieten. Und zu diesen Momenten gehören sicher auch rhythmische. 1) Rev. pliilos. 35, 1893. . 2) Kraepelins psycholog. Arbeit., Bd. II. Bei den Augenbewegungen is j gleichfalls ein Anwachsen der Geschwindigkeit mit der Größe der Exkursion es i, gestellt worden, jedoch keine direkte Proportionalität (vgl. Koch, Arch. . -* ges. Psychol. XIII). 3) Vgl. Ztschr. f. Psychol. 32, 1903.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22469539_0078.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)