Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois.
- Leonard Landois
- Date:
- 1880
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Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![wird zum Ureter. Die Stelle, an der die Verästelung anhebt, wird zum Nieren- Ureter. becken, die Aestchen selbst zu den Harncanälchen. Toldt fand im 2. Monate bereits Malpighi'sche Körperchen fertig in der Menschenniere, im 4. Monate Henle'sche Schleifen, — Die Harnblase entsteht im 2. Monate aus dem P.iase. Anfangstheil der Allantois. Der obere Theil geht als obliterirter Urachus in das Lig. vesicae medium über, doch erhalten sich selbst beim Erwachsenen noch oft offene Urachusstellen, die zu Cystenbildung Veranlassung geben können (Luschka). ' Innere Geschlechtsorgane. Vor und nach innen vom Wol ff sehen Körper entsteht im Mesoderm die längliche hervortretende Keimdrüse, bei Keimdrüse. beiden Geschlechtern ursprünglich gleich (Zwitterstadium). Ausserdem bildet sich parallel dem Wolffschen Gange ein Canal, der abwärts ebenfalls in den Sinus urogenitalis mündet, der Müll er'sehe Gang, oder Geschlechtsgang. Die MHiier- Keimdrüse erscheint zuerst als eine längliche Hervorragung und ist von hohen ^'''^^^ Epithelien der Mittelplatten, dem Keimepithel Waldeyer's überkleidet. Der Keimepithei. Mülle r'sche Gang entsteht anfangs als line are Furche im Keimepithel, die sich dann tiefer einsenkt und sich zu einem anfangs soliden Strang abschnürt, der später hohl wird (Waldeyer). Die obere Oeffnung des Ganges öffnet sich frei in die Bauchhöhle; die unteren Enden beider Gänge verschmelzen eine Strecke weit. Bei Ausbildung des weiblichen Geschlechtes entstehen im Keim- epithel Eizellen, die sich in offene Schlauchbildungen der Keimdrüse ein- senken, (pg. 896.). Beim Weibe wird der Mülle r'sche Gang zur Tube und das untere verschmolzene Ende beider zum Uterus. — Beim männlichen Ge- iioden- schlechte gestaltet sich das Keimepithel niedriger (zeigt aber anfänglich sogar ^^^'''^^ung. noch Ovulaanlagen). Nun dringen nach Waldeyer vom Wolffschen Körper aus, an welchem man zweierlei Schläuche unterscheiden kann , die schmäleren in die Keimdrüsenanlage ein (Sexualtheil des Wolffschen Körpers). Diese Schläuche, die mit dem Wolffschen Gange in Verbindung stehen (v. Wit- tich), werden zu den Hodencanälchen, und der Wolff'sche Gang beim Mann zum Vas deferens nebst Samenblase.— [Nach Bornhaupt und Egli sollen sich jedoch innerhalb der Keimdrüse des Männchens autochthon Zellenstränge, die wahrscheinlich vom Keimepithel abstammen, entwickeln, die sich zu den Samencanälchen gestalten und später mit dem Wolffschen Gange in Ver- bindung treten (Huhn und Kaninchen). Endlich sah v. Braun bei Reptilien von jedem Malpighi 'sehen Körperchen der Urniere einen Canal durch die Keim- drüse hindurch gegen das Keimepithel ausgesendet werden („Segmentalstrang). In diese Canäle sollen nun beim Weibe die Ureier hineinwachsen sammt den Keimepithelzellen, und zur Bildung der Ovarialschläuche die Grandlange abgeben. Beim Manne bilden die Segmentalstränge sich zu den Hodencanälchen um,] Die Müller'schen Gänge (die eigentlichen Ausführungsgänge der Keim-j//Vj;er'^cÄe drüsen) gehen beim Manne unter bis auf das unterste Stück, welches zum ^^'^^^^^^^^'^ Utriculus masculinus s. Vesicula prostatica (Analogen des Uterus) wird, [Bei ' Fleischfressern und Wiederkäuern bilden sie sich grösser aus als rudimentäre Scheide nebst Uterus bicornis!] Die oberen Canälchen des Wolffschen Körpers ^Voj,ff scher vereinigen sich im 3. Monate mit der Keimdrüse und werden zu den Coni orper. vasculosi des mit Flimmerepithel versehenen Nebenhodens (Kölliker); der übrige Theil der Urniere geht atrophisch unter. Einige versprengte Röhrchen werden zu den Vasa aberrantia des Hodens (Kobelt), [Die ungestielte Hyda- tide Morgagni's am Kopfe des Nebenhodens ist nach Luschka, Becker, M, Roth ein abgeschnürtes, mitunter samenhaltiges und im Innern flimmerndes Bläschen des Nebenhodens, nach Fl eise hl jedoch das rudimentäre Ovarium ma- sculinum, nach Waldeyer ein Homologen der Pars infundibiliformis tubae. Das Organ von Giraldes (gewundene Schläuche mit Flimmerepithel, M, Roth), am oberen Ende des Hodens ist wohl auch ein Rest vom Wolffschen Körper (Kölliker)]. Der \Volffsehe Gang selbst wird zum Vas deferens nobsi Wvifftcher Samenblase (als Auswuchs). Die beiden W olff sehen und die beiden Müll er'schen ^ang. Gänge lagern sich beim Eingang in das Becken innig in einen Strang zusammen (Genitalstrang, Thier sc h). Später, wenn die Müller'schen Gänge unter- gegangen sind, rücken die aus den Wolffschen Gängen gebildeten Samenleiter weiter auseinander. L a n d 01 s, Physiologie. 59](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20387313_0953.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)