Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois.
- Leonard Landois
- Date:
- 1880
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Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Genital- strang. Uterus et vagina duplex. Descensus Urniere heim Beim weiblichen G-eschlechte gehen die Schläuche der Urniere bis Weibe. g^^f einen Eest im Innern flimmernder Röhren [Parovarium (Kobelt) sive Rosenmüller'sches Organ, und einen dem Gi ralde s'schen Organe ähnlichen Theil im breiten Mutterbande (Waldeyer)] zu Grunde; ebenso die Wol ff sehen Gänge, doch sieht man sie noch bei Föten von 7 Monaten (Beigel), [sie er- halten sich jedoch dauernd bei Wiederkäuern, Pferd, Schwein, Katze, Fuchs als Gärtner- Gartner'sche Gänge; beim Menschen können sie zu pathologischen Cysten- sche Gänge. Bildungen Veranlassung geben, (Gärtner, v. Preu sehen)]. Der Müller'sche Gang franzt sich an seiner oberen Oelfnung als Fimbria (an der oft eine Hyda- tide aufsitzt). Derjenige Theil des Sinus urogenitalis, in welchen die vier Gänge einmünden, soll nach oben in einen hohlen Kegel auswachsen (Rathke), dieser wird zur Vagina. Nach Thiersch und Leuckart ist diese Bildung anders : es liegen nämlich die zwei Wolff sehen und zwei Müll er'sehen Gänge unten in dem Genitalstrange zusammen. Nun verwachsen am unteren Ende die beiden Müller'sehen Gänge (Ende des 2. Monats, Dohrn) und bilden in ihrem ver- einten Lumen Vagina und Uterus, während je ihr oberer freier Theil zur Tuba wird. (Hiernach erklärt sich der Uterus und die Vagina duplex als durch Nicht- verschmelzung entstandene Hemmungsbildung). Die Müller'schen Gänge mün- deten ursprünglich in den untersten hinteren Theil der Harnblase ein, unterhalb der Ureteren (Sinus urogenitalis). Später wird dieser Blasentheil so nach unten hin verlängert, dass Vagina (vereinigte Mülle r'sche Gänge) und Harnröhre nur noch tief unten im Vestibulum vaginae ihren Vereinigungspunkt finden. Im 3. bis 4. Monate ist Uterus und Vagina von einander noch nicht zu trennen; im 5. bis 6. Monate grenzt der Uterus sich charaktei'istisch ab. Der Hoden liegt ursprünglich in der Lendengegend des Abdomens, von testicuiorum. einer BauchfeUfalte (Mesorchium) getragen. Vom Hilus des Hodens verläuft durch den Leistencanal bis in den Grund des Scrotums ein Strang, das G u b e r- naculum Hunteri. Zugleich bildet sich ganz selbstständig vom Peritoneum aus ein scheidenartiger Fortsatz bis in den Grund des Hodensackes aus. Ein Zurückbleiben des Gubernaculum Hunteri in seinem Wachsthume, oder eine Schrumpfung, oder gar active Contraction desselben durch glatte Muskelfasern bewirkt, dass der Hoden durch den Leistencanal hindurch in das Scrotum nie- dergezogen wird. Hierbei nimmt er von der Fascia abdominis superficialis oder transversalis als Umhüllung die Tunica vaginalis communis mit, mit welcher die vom Obliquus ascendens und Transversus zugleich hinabgezogenen Muskelfaser- schlingen nun den Cremaster darstellen. Der Bauchfellüberzug des Hodens wird zum Doppelsack der Tunica vaginalis propria; der Proc. vaginalis peritonei ob- Angeborene literirt in der Regel und liefert verkümmerte Reste als Lig. vaginale. Bleibt Leistenhernie. ^^QQQj. der Peritonealhöhle communicirende Scheidenfortsatz offen, so ist der offene Weg für eine Hernia inguinalis externa congenita gegeben. Auch die Ovarien treten etwas nach abwärts. Ein dem Gubernaculum Hunteri ähn- licher, durch den Leistencanal ziehender Gang wird später zum muskelhaltigen Lig. uteri rotundum. Auch beim Weibe schickt das Peritoneum einen Proc. vaginalis durch den Leistencanal (Nuck'scher Canal). Selten rücken sogar die Ovarien bis in die Labia majora! — während umgekehrt ein Verweilen der Hoden in der Bauchhöhle (Kryptorchismus) als eine Hemmungsbildung gelten muss. Entwicheiung Die äusscren Genitalien sind anfänglich bei beiden Geschlechtern nicht zu tZer äMsserew ^^jj^gj.gßjjgiden. In der 4. Woche befindet sich am Steiss ein einfaches Loch, zu- gleich After und Urachusöffnung darstellend, also eine C1 o a k e. In der 6. Woche erscheint vor der Oeffnung ein Höcker, die Geschlechtswarze, und seitlich entfernt vom Loche jederseits ein grosser Hautwulst. Ende des 2. Monats zieht auf der unteren Seite der Geschlechtswarze eine Rinne zur Cloake hin, an deren beiden Seiten deutliche Ränder hervortreten. In der Mitte des 3. Monats wird die Cloakenöffnung getheilt, indem sowohl von oben, als auch von beiden Seiten sich Verlängerungen zwischen den Urachus (nunmehr hier zur Blase geworden) und den Mastdarm als Mittelfleisch einschieben. Beim Mann wird nun der Geschlechtshöcker gross, seine Rinne verwächst von der Blasenöftnung an (Urachusöffnung der früheren Cloake) bis zur Spitze der Warze in der 10. Woche. So wird der Eingang zur Blase auf die Spitze des Geschlechtshöckers verlegt. Unterbleibt diese Verwachsung entweder völlig oder Descensus ovariorum. GeschlecMs- theile. Männliche Bildung.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20387313_0954.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)