Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois.
- Leonard Landois
- Date:
- 1880
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Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Äam Theil, so ist die Hemmungsbildung der Hypospadie vorhanden. Im Hypospadie. 4 Monate entsteht die Eichel, im 6. das Praeputium, beide sind zuerst verklebt (Bokai). Die in der Raphe zusammentretenden Hautwülste bilden das Scrotum. — Beim Weibe bleibt der indilferente Zustand der ursprünglichen Geschlechts- WeihUche anläge gewissermassen permanent: Der kleine Geschlechtshöcker wird zur Clitoris, ^Mung. die Ränder seiner Furche zu den Nymphen, die Hautwülste bleiben getrennt als Labia majora. Der Sinus urogenitalis ist kurz geblieben wie er war, während es beim Manne durch Schluss der Genitalrinne ein langes Ansatzrohr eihalten hat. Die Ursache der Geschlechtsbildung nach der einen oder anderen Ursachen Seite hin ist bisher nicht ermittelt. Aus statistischem Material (80.000 Fälle) ^ggcM^^hts- hat. man zunächst den Einfluss des Alters der Eltern festgestellt. Ist der Mann Differenzi- jünger als die Frau, so werden gleichriele Knaben und Mädchen erzeugt; sind rung. beide gleichalt, so kommen 1029 Knaben auf 1000 Mädchen; ist der Mann älter, sogar 1057 Knaben auf 1000 Mädchen. —^ Früchte mit verwachsener, d. h. in ihren fötalen Gefässen communicirender, Placenta sind stets gleichen Geschlechtes! Herzlose Zwillinge, welche jedesmal Blut erhalten, das den normalen Zwilling bereits ernährt hat, sind stets gleichen Geschlechtes mit der wohlgebildeten Frucht. — Bei Insecten spielt die Ernährung eine grosse Rolle, sofern reichlichst ernährte Keime vorwiegend Weibchen bilden (H. Landois) (ist nicht ohne Widerspruch geblieben). — Thury glaubte, dass Thiere (Kühe), welche kurz nach der Brunst belegt wurden, häufiger weibliche Früchte trügen (ist bestritten worden). — Andere Forscher kommen nach gründlichen Erwägungen zu der Anschauung, dass das Geschlecht schon bei der Conception unabänderlich fest- gestellt sei (K. Mayrhofer). 453. Bildung des Central-Neryensystemes. An jeder Seite der Vorderhirnblase, die äusserlich vom Ektoderm, innerlich vom Ependym bekleidet ist, wächst eine grosse gestielte Hohlblase hervor, die Anlage der Grosshirnhemisphäre. Die relativ enge Oeffnung in dem Stiele ist die Anlage des Foramen Monroi. Der in der Grösse zurückbleibende Mitteltheil zwischen beiden Halbkugeln ist das „Z wisch enhirn, in dessen Das Innerem der 3. Ventrikel liegt, der sich im 2. Monat „trichter-förmig nach der Zmschenhim. Basis zu verlängert, als Tuber cinereum mit dem Infundibulum. Die vom Boden des Zwischenhirns an beiden Seiten hervorwachsenden Thalami engen das Foramen Monroi zu einer halbmondförmigen Spalte ein. Im 2. Monate entstehen ebenso an der Basis die Corpora candicantia, im 3. Monate das Chiasma; im Innern des 3. Ventrikels bilden sich im 3. Monate die Commissuren. Die zum Mittelhirn gehörende Hypophyse ist eine Ausstülpung der Rachenschleimhaut durch die Schädelbasis gegen das ihr entgegengerichtete hohle Infundibulum hin (Rathke, Dursy, Mihalkowitsch), die sich später abschnürt. [Es liegt also hier das Bestreben einer Vereinigung der Vorderdarmhöhle mit dem Medullarrohr vor. Hier soll des überaus merkwürdigen Fundes Erwähnung geschehen, dass bei der Gans (Gasser) und dem Wellenpapagei (Braun) ursprünglich das Medullarrohr durch einen Spalt mit der Anlage des Hinterdarmes communicirt.] Der durch das Foramen Monroi in die Hemisphärenhöhle hineinwachsende Plexus chorioideus ist eine gefässhältige Wucherung des Ependyms. Im 4. Monate entsteht das Conarium, und es decken zu dieser Zeit die Hemisphären bereits die 4 Hügel. — Im Innern der Höhle der Hemisphäre entsteht im 2. Monate der Streifenhügel, im4. Monate das Ammonshorn. Im 3. Monate entsteht die Fossa Sylvii, in deren Grunde die Insel, als ein Theil des ursprünglichen Vorderhirnstammes, sich bildet, über die sich am Ende des Fötallebens der Klappendeckel herüber- wölbt. Vom 7. Monate an bilden sich die bleibenden Hirnwindungen. Die Mittelhirnblase wird allmälig von den hintüberwuchernden Hemi- siuteihim. Sphären überdeckt; die Höhle derselben wird zu dem Aquaeductus Sylvii ein- geengt. Auf der 0oerfläche der Blase entsteht eine Viertheilung : Corpora quadri- gemina, indem im 5. Monate sich eine Längs- und im 7. Monate eine Quer-Furche ausbildet. Am Boden bilden sich als Verdickungen die Hirnstiele. — An dem Hinterhirn entstehen gesondert die Halbkugeln des Kleinhirns, welche hinter- 59*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20387313_0955.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)