Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois.
- Leonard Landois
- Date:
- 1880
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Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen : einschliesslich der Histologie und mikroskopischen Anatomie mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medicin / von L. Landois. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Aväfts wachsend sich in der Mittellinie vereinigen. Im 6. Monate werden die Halbkugeln entwickelter und es bildet sich der Vermis, Das Kleinhirn deckt die darunter liegende, nicht geschlossene Stelle des Medullarrohres bis zum Ca> lamus. [Die Oeifnung des Medullarrohres am Calamus, ferner die Tendenz der 3. Höhle, mit dem Schlünde zu communiciren, bringt uns das Verständniss des Articulatenbaues näher, bei denen der Mund das centrale Nervensystem durch- setzt, und letzteres an der Ventralseite hinab verläuft.] Am Boden des Hinter-: hirns entsteht im 3. Monate der Pons. — Das spindelförmig sich abwärts verjüngende Nachhim wird zur Oblongata, deren oberer Theil die offene Me- dullarhöhle zeigt Müciitnmark. Aus dem Medullarrohr abwärts vom Nachhirn entsteht das Rücken- mark: die graue Substanz zunächst der Höhle; später lagert sich um diese die neugebildete weisse Masse ab. Anfänglich reicht das Rückenmark bis zum Steissbein. Da beim Erwachsenen die Spitze des Rückenmarkes nur bis zum ]. bis 2. Lendenwirbel hinabreicht, so bleibt also das Rückenmark gegen die Wirbelsäule im Wachsthume zurück, weshalb die unteren Spinalnerven sich sehr verlängern müssen. [Es ist zu bedenken, inwiefern eine Disharmonie in diesen Wachsthumsverhältnissen, so dass etwa die Wirbelsäule zu schnell, oder das Rückenmark zu langsam wächst, sogenannte essentielle Lähmungen der Unter- extremitäten bei Kindern erzeugen kann.] — Die Tastnerven des Fötus vermögen Reflexbewegungen hervorzurufen (z. B. beim Druck auf die durchfühlbaren Kindes- theile). Die ersten Muskelanlagen erscheinen am Rücken im 2. Monate, im 4; Monate werden sie röthlich, um die Hälfte der Schwangerschaft erscheinen die ersten fühlbaren Kindesbewegungen, und zAvar wohl als Reflexe (da auch Acephale dieselben bieten), — Die peripheren Neiven entstehen peripherisch innerhalb der Gewebe und wachsen später mit den Centren zusammen. 454, Bildung der Sinnesorgane. Entivicieiung Auge. Die primäre Augenblase wächst bis gegen die äussere Bedeckung des Auges, jpg Kopfes (Ektoderm) und wird nun von vorn her in sich selbst zurückgestülpt, so dass die gestielte Blase nunmehr die Gestalt eines Eierbechers erhalten hat. Der Binnenraum dieses Bechers, der spätere Augenbinnenraum, heisst jetzt die secundäre Augenblase. Derjenige Theil der ursprünglichen Blase, welcher die Zurückstülpung erfahren hat (also der vordere convexe, der nun concav zurückgebogen ist), wird zur Retina; der hintere Theil der Blase wird zum pigmentirten Chorioideal- (Retinal-) Epithel. Der Stiel ist der spätere Opticus. Die Einstülpung der primären Augenblase erfolgt jedoch nicht genau nach diesem einfachen Schema, sondern bei derselben bildet sich an der eierbecherförmigen Gestalt von unten ein Schlitz , der gewissen Theilen vom Mesoderm gestattet in den Augenraum einzudringen. Diese Spalte, die sich vom Stiel der Augen- Coiohom. blase bis zum Rande des eingestülpten Bechers hinzieht, heisst Coloboma. Dasselbe markirt sich vorn als pigmentloser Schlitz. Am Stiel der Augenblase zieht dieser als Rinne bis zur Basis der Grosshirnblase weiter, und in diese Rinne legt sich die Art. centralis retinae. Die Ränder des Coloboma verwachsen später vollständig mit einander; bleibt aber in seltenen Fällen die Vereinigung aus, so wird in der Retina und im Chorioidealpigmente ein Streifen fehlen müssen: wir haben es dann mit einer angeborenen Missbildung, einer Hemmungs- bildung, Colobom der Chorioidea und Retina zu thun. [Beim Vogel verwächst die embryonale Colobomspalte überhaupt nicht, sondern durch sie dringt in den Binnenraum des Auges ein gefässhaltiger Fortsatz des Mesodermes, der spätere Kamm (Pecten, pg. 841) (Lieberkühn). Ganz ähnlich ist es bei den Fischen, bei welchen der besonders grosse, aus Theilen des Meso- und Ektoderms bestehende, eingestülpte Fortsatz sich als Processus falciformis erhält (pg. 841). Warum stülpt sich die primäre gestielte Augenblase eierbecherförmig in sich selbst zurück ? Weil Theile des Ektoderm.s von vorn her als eine kugel- förmige Masse sich in die primäre Augenblase hineinlagern. Aus ihnen wird die Linse, die ihre epitheliale Abstammung (vom Ektoderm) auch im späteren Leben noch durch ihre Wachsthums Verhältnisse kundgibt (pg. 451). Derjenige](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20387313_0956.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)