Geschichte des medicinischen Unterrichts : von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart / von Theodor Puschmann.
- Date:
- 1889
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Credit: Geschichte des medicinischen Unterrichts : von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart / von Theodor Puschmann. Source: Wellcome Collection.
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![die Grundlage des Unterrichts in diesen Gegenständen. Das anatomisdie i Wissen, welclies derselbe dort niedergelegt hatte, erfüllte nach dfi' Meinung der Ärzte Jener Zeit die höchsten Anforderungen, welche an ihre Kenntnisse auf diesem Gebiet gestellt werden durften. Die - sultate, zu welchen er bei seinen anatomischen Untersuchungen gelan-i war, schienen ihnen weder einer Berichtigung noch einer Ergänzung ])edürftig zu» sein. Den gleichen Charakter der Vollendung schrieben sie den physi(j- logischen Theorien Galen's zu. Der Teleologismus, welchem er huldigt f. und die aufrichtige Bewunderung der göttlichen Allmacht und Weisheil, i, der er bei jeder Gelegenheit Ausdruck gab^ bewegten sich auf dem Boden der christlichen Auffassung und fanden daher bei den christ- lichen Gelehrten willkommene Aufnahme. Diesem Umstände verdankte es Galen zum grossen Theile, dass seine Werke von den mit fana- tischer Brutalität gegen die literarischen Denkmäler des Alterthums wüthenden Theosophen der christlichen und islamitischen Ära nicht • vernichtet, sondern sorgfältig erhalten und eifrig studiert und weiter • verbreitet wurden. Während die theoretischen Disciplinen der Medicin zimi Stillstand . verurtheilt wurden, eröffnete sich der p]-aktischen Heilkimde durch die ■ Gründung von Krankenhäusern die Aussicht auf eine erfolgreiche wissen- ■ schaftliche Bearbeitung. Die Wohlthätigkeitsanstalten, welche die Christ- • liehe Nächstenliebe ins Leben rief, boten Gelegenheit zur Beobachtung; von Krankheiten und Leiden aller Art und erleichterten es den Ärzten,. sich in ihrer Kunst auszubilden und Erfahrungen zu sammeln. Wenn man behauptet hat, dass die Gründung öffentlicher Ho-- spitäler einzig und allein vom Christenthum ausgegangen sei, so istt dies freilich nicht richtig. Schon die Buddhisten kannten derartige» Anstalten, 1 und die latreien der griechischen Ärzte, besonders diejenigen,, welche auf öffentliche Kosten unterhalten wurden, waren gewiss imi Wesentlichen nichts Anderes als öffentliche Krankenhäuser. Die Vale- tudinarien der Römer, welche für die Sklaven und die Soldaten einge- richtet wurden, unterschieden sich davon vielleicht nur dadurch, dasss sie für bestimmte Klassen der Bevölkerung bestimmt waren. Die Spanier fanden, als sie nach der Entdeckung Amerikas nach Mexiko kamen, auch dort Spitäler, denen sie sogar grosses Lob spendeten.- ViKCHOW hat daher Recht, wenn er sagt, „dass jede Cultur, welche die Sitten bis zu einem gewissen Maasse mildert und eine mehr ge- 1 S. oben S. 14. 2 Prescott: The conquest of Mexico, London 1803, 2. Aufl., L P- 2fi. 16f-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21904224_0138.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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