Geschichte des medicinischen Unterrichts : von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart / von Theodor Puschmann.
- Date:
- 1889
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Credit: Geschichte des medicinischen Unterrichts : von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart / von Theodor Puschmann. Source: Wellcome Collection.
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![AVälirend Ayicenna dadurch zu einem teleologisclion Tlieismus gefülin wurde, der ihn den christlichen Schulen des Mittelalters empfahl, ge- langte AvEREOES zu einem pantheistischen Naturalismus, welcher wegen seines rationalistischen Charakters nicht nur von der christlichen Kirche verdammt wurde, sondern ihm auch unter seinen eigenen Landsleutcn und G-lauhensgenossen viele Gegner schuf. Wenn Aveheoes erklärte, dass die Religion nur der schwachen Geister wegen da sei, dass dci Mensch auch ohne die Offenbarung, nur allein durch die Vernunft zui- Erkenntniss des Wesens der Dinge gelangen könne, wenn er an die Stelle einer durch den allmächtigen Willen der Gottheit entstandene)] Schöpfung eine nach Art der Aristotehschen Entelechien durch die Zeit aus dem Zustande der Möglichkeit in denjenigen der Wirklichkeit über- geführte Natur setzte und die Ewigkeit der Welt und der Materie, die Verschmelzung der Gottheit mit der Natur und die Wesenseinheit de)- Vernunft predigte, so rüttelte er an den Eundamenten der mon(;- theistischen Eeligionssysteme und musste einen erbitterten Kampf der- selben erwarten.^ Auch sein Schüler und Anhänger, der jüdische Arzt Moses Mai- MONiDES erfuhr dies, als er den Versuch machte, die Vorschriften des Talmuds mit den Eorderungen der Vernunft zu versöhnen. Er eröffnete der freieren Eichtung im Judenthum die Bahn. „Von Spinoza bis zu Mendelssohn hat, wie Münk sagt, „das Judenthum keinen frei- sinnigen Denker hervorgebracht, der nicht von Maimonides die erste Weihe erhalten hat. In den Ländern des Islams herrschte wähi-end der ersten Jahr- hunderte seines Bestehens eine religiöse Toleranz gegen Andersgläubige, wie sie bei den Christen zu jener Zeit nirgends gefunden wurde. Die höheren Lehranstalten und medicinischen Schulen der Araber hatten unter ihren Lehrern ebenso wie unter ihren Schülern viele Juden, Christen und Bekenner anderer Religionen. An ihren Hospitälern wurden nicht blos mohammedanische, sondern auch christliche und jüdische Ärzte angestellt, und Kranke, welche nicht dem herrschenden Glauben angehörten, fanden dort ebenfalls freundhche Aufnahme und wohlwollende Pflege. Schon der Prophet Mohammed selbst hatte seinen Anhängern einen Ungläubigen als Arzt empfohlen. ^ An den Höfen der Khalifen und mohammedanischen Pürsten spielten Juden und Christen, namentlich Nestorianer, als Leibärzte eine hervorragende Rolle; auch zu anderen einflussreichen Stellungen im Sanitätswesen wurden sie befördert. ' E. Renan: Averroes et TAveiToisme, Paris 1860. '■^ V. Hammee-Püegställ a. a. 0. II, S. 192. — Abülfarag a. a. 0. p. 99. I i](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21904224_0168.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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