Geschichte des medicinischen Unterrichts : von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart / von Theodor Puschmann.
- Date:
- 1889
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Credit: Geschichte des medicinischen Unterrichts : von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart / von Theodor Puschmann. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Weise zu bekämpfen, waren die Ärzte der alten ariechen Meister. Den Klagen der Kranken, ebenso wie den Träumen derselben, schenkten sie grosse Aufmerksamkeit; aber das Hauptgewicht legten sie auf die genaue Untersuchung des leidenden Körpers. Dabei wurde die Farbe und Beschaffenheit der äusseren Hautbedeckungen und Schleimhäute, der Zustand des Unterleibs und die Form des Brustkastens beachtet, die Temperatur mit der aufgelegten Hand geprüft und die Ausschei- dungen einer sorgfältigen Untersuchung unterzogen. Durch die Betastung vermochte man die Grösse der Leber und Milz, ja sogar die Formveränderungen der letzteren, welche im Verlauf gewisser Krankheiten vorkommen, zu erkennen. ^ Die Succussion diente gleichzeitig als diagnostisches und als therapeutisches Mttel, um den Durchbruch des Eiters in die Bronchien zu veranlassen. Man kannte das pleuritische Keibungsgeräusch und die klein- blasigen Easselgeräusche, die mit dem Knarren des Leders und dem Kochen des Essigs verglichen werden. 2 Bei dieser Gelegenheit wh-d ausdrücklich gesagt, dass das Ohr längere Zeit an die Brustwand ge- legt wurde, damit man diese Geräusche hören konnte [nollov xQÖvov %Qoaixoav t6 ovq dxovä^i] -jtQog rä nlsvQu). Die Schilderungen der einzelnen Krankheiten und ihres Verlaufes, die sich meistens an Beobachtungen aus der eigenen Praxis anschliessen, sind vorzüglich. Einzelne Krankheitsbilder, wie diejenigen der Pneu- monie, der Pleuritis und der Phthisis, die man für ansteckend hielt, sind so vollständig, dass ihnen nur wenig hinzugefügt werden kann. Unter den Krankheitsursachen wurde neben der Erblichkeit und den Diätfehlern dem Klima, der Bodenbeschaffenheit, dem Trinkwasser, den Jahreszeiten, den Winden und der Temperatur ein grosser Einfluss zugeschrieben. Auf einer hohen Stufe der Entwickelung stand die Prognostilv. In den Hippokratischen Schriften werden eine Menge von Anzeichen erwähnt, welche einen günstigen oder ungünstigen Ausgang der Krank- heiten verkünden. Die Ärzte schätzten die Kunst, „aus dem Vergangenen und Gegenwärtigen das Zukünftige zu erkennen, sehr hoch. „Freilich ist es besser, schreibt^der Verfasser des Prognostiken, „die Krankheiten zu heilen, als ihren Verlauf voraus zu sagen; aber dies ist leider nicht immer möglich.^ An anderen Stellen werden die Ärzte zur Vorsicht bei der Prognose ermahnt und gewarnt, mehr zu behaupten, als sie verantworten können.^ ^ HippOKEATKS a. a. 0. T. VII, 244. — Platon: Timaeos, c. 33. 2 HuTOKiiATiäs a. a. 0. T. VI, 24. VII, 92. 94. » HiproKRATus a. a. 0. T. II, 110. * Hippokuates a. a. 0. 'I'. IX, 6 u. t).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21904224_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)