Die Willenshandlung : ein Beitrag zur physiologischen Psychologie / von Hugo Münsterberg.
- Hugo Münsterberg
- Date:
- 1888
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Credit: Die Willenshandlung : ein Beitrag zur physiologischen Psychologie / von Hugo Münsterberg. Source: Wellcome Collection.
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![ist wertlos und interesselos, wenn ausser meinem Bewusstsein kein anderes existiert. Ob die Existenz eines fremden Bewusst- seins sich beweisen lässt, ist eine erkenntnistheoretische Frage, die wir nicht berühren 5 das aber wissen wir, dass wenn wir eine Hypothese suchen, welche nicht etwa absolute Wirklich- keit wiedergehen, sondern lediglich als Hilfsvorstellung für die Auffassung des Gregebenen und die praktischen Zwecke der Wissenschaft dienen soll, dass wir dann jede Hypothese ab- lehnen werden, welche den Solipsismus, d. h. das Erlöschen jeder der Menschheit gehörenden Wissenschaft in sich fasst. Es bleibt uns somit nur der Schluss, dass unsere Annahme falsch, dass der Ablauf der räumlichen Erscheinungsreihe nicht durch die psychische bedingt sei, sondern — es war die einzige Hypothese, die uns noch blieb — dass die Reihenfolge der Bewusstseinserscheinungen bedingt sei durch den gesetzmässigen Ablauf des materiellen Gle- sch eh ens. Wir sind zu dieser Vorstellung durch Ausschluss aller anderen Möglichkeiten gelangt 5 es erübrigt uns noch darauf hinzuweisen, dass sie nicht nur nicht wie alle anderen Hypo- thesen zu wissenschaftlichen Absurditäten oder zu metaphy- sischen Spekulationen führt, sondern dass sie sämtlichen An- forderungen an eine psychophysische Hypothese gerecht wird. Wir sahen zunächst, dass die empirischen Erscheinungen der äusseren Erfahrung sich zu einer geschlossenen, dem Kausal- bedürfnis entsprechenden Reihe ordneten, dass dagegen die Bewusstseinserscheinungen häufig intermittierten und auch wo sie in unmittelbarer Succession auftraten, wohl eine gewisse Regelmässigkeit in der Erscheinungsfolge aufwiesen, dagegen nicht bestimmten denknotwendigen Gesetzen sich unterordneten, eine psychische Kausalitätsreihe also empirisch nicht gegeben war. Beides ist nun in der gewählten Hypothese aufs ein- fachste ausgedrückt. Die Materie beharrt mit ihren ewigen unabänderlichen Gesetzen, ihre Prozesse müssen also eine kon- tinuierliche, voraus berechenbare Reihe bilden ] die psychischen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24917862_0119.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)