Untersuchungen über Strukturen : insbesondere über Strukturen nichtzelliger Erzeugnisse des Organismus und über ihre Beziehungen zu Strukturen, welche ausserhalb des Organismus entstehen / von O. Bütschli.
- Date:
- 1898
Licence: Public Domain Mark
Credit: Untersuchungen über Strukturen : insbesondere über Strukturen nichtzelliger Erzeugnisse des Organismus und über ihre Beziehungen zu Strukturen, welche ausserhalb des Organismus entstehen / von O. Bütschli. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
406/432 page 392
![zerstört, ebenso wie die Nichtfärbung mit ganz reiner Jodlösung auf der Abwesenheit des Jod- wasserstoffes beruhen soll. Die Prüfung ergab, dass die Angabe von Mylius vollständig richtig ist. Es genügt, etwa 5 erm der erwähnten Jodlösung mit 2—3 kleinen Tröpfchen Chlorwasser zu versetzen, um ihre Bläuungsfähigkeit aufzuheben. Die Jodlösung bleibt dabei schön braun, zum Beweis, dass das Jod nicht etwa völlig zerstört ist. Eine solche, mit chlorirtem Jodwasser versetzte Stärkelösung beginnt beim Stehen im offenen Röhrchen erst nach etwa 24 h. sich zu bläuen, offenbar nach Abdunsten oder der Umsetzung des freien Chlors. Diese schwach bräunliche, chlorirte Jodstärkelösung zeigt nun eine Reihe sehr interessanter Reaktionen. 1. Setzt man zu ihr festes Jod ka Ii um, so erfolgt sofort starke Ausfällung blauer Jod- stärke. Ganz derselbe Erfolg wird jedoch erzielt durch Zusatz von festem Chlorkalium, Chlorammonium, schwefelsaurem Kalium, schwefelsaurem Natrium (Glauber-, salz, dies wirkt jedoch schwächer) und geschmolzenem essigsaurem Natrium. Dagegen rief wasserfreies Chlorcalcium nur schwache Bläuung hervor, die nach einiger Zeit wieder schwand. Die aufgezählten Salze bewirkten für sich in der reinen Stärkelösung keine Aus- fällung — selbst bei langem Stehen. 2. Dieselbe Wirkung, wie die angegebenen Salze, haben ferner 1/a verdünnte Schwefel- säure, syrupöse Phosphorsäure, Glycerin und 10°/o Gelatinelösung. Auch diese Substanzen, mit Ausnahme vielleicht der Gelatinelösung, rufen für sich keine Abscheidung in der reinen Stärkelösuinr hervor. Bei Zusatz von absolutem Alkohol trat auf der Grenze der Flüssigkeiten bei einer Probe Blaufärbung auf, bei einer zweiten nicht. 3. Wird die chlorirte Lösung gefroren, so scheidet sich ziemlich reichlich blaue Jodstärke aus (manchmal auch mehr violett), die beim Aufthauen ungelöst bleibt. Erwärmt man hierauf die Flüssigkeit, so geht alle ausgeschiedene Jodstärke wieder in Lösung und diese wird beim Ab- kühlen nicht blau, sondern bleibt ganz schwach bräunlich. Der Versuch Hess sich mehrere- male mit demselben Erfolg an der gleichen Probe wiederholen. Dass beim Gefrieren nur ein Theil der Stärke als blaue Jodstärke abgeschieden wurde, ergab sich daraus, dass die schwach bläuliche Lösung über der ausgeschiedenen Jodstärke bei Zusatz eines Jodkaliumkrystalls eine starke Fällung von blauer Jodstärke gab. Diese Erfahrungen scheinen mir mit der Annahme von Mylius, dass die chlorirte Jod- lösung wegen des mangelnden JH nicht bläue, nicht zu harmoniren. Die sehr verschieden- artigen Substanzen, welche in der Lösung sofort Abscheidung blauer Jodstärke hervorrufen, sind (mit Ausnahme des KJ) keine solchen, welche die Bildung von JH oder Jodmetall zu bewirken vermöchten. Die Thatsache, dass auch zahlreiche Salze ganz indifferenter Natur die Aus- fällung von Jodstärke hervorrufen, spricht jedenfalls dafür, dass auch das Jodkalium bei der Ausfällung nicht als Jodmetall wirkt, sondern ähnlich den übrigen Salzen. Wenn wir ferner das so ähnliche Verhalten der Amylodextrinlösungen und der noch zu schildernden Lösungen der Saponariastärke vergleichen , welche durch dieselben Salze, aber das Amylodextrin gerade nicht durch Jodkalium blau ausgefällt werden, so dürfte sich vorerst kaum eine plausiblere Auflassung darbieten als die, dass die Jodstärke durch den Zusatz von Chlor in einer nahezu farblosen, jedenfalls nur schwach bräunlichen Lösung erhalten wird, aus der sie durch Zufügung von Salzen und anderen Substanzen, welche kolloidal gelöste Körper leicht zur Ausscheidung bringen, als blaue feste Jodstärke, gefällt wird. Wie bei Amylodextrin und der Saponariastärke ist ja auch bei der chlorirten Jodstärkelösung eine nähere Beziehung des Jods zur Stärke schon in der Lösung anzunehmen, da diese drei Substanzen in reinen Lösungen nicht durch die zahlreiche)] Stoffe ausgefällt werden, welche die Jodverbinduncren zur Ausfällung bringen. Dies scheint mir vorerst keine andere Erklärung zuzulassen als die, dass die Jodverbindung auch schon in der Lösung existirt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21993865_0406.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image