Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text.
- Hirschel, Georg, 1875-
- Date:
- 1913
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Credit: Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text. Source: Wellcome Collection.
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![in die Munrlliohle. Hier fühlt er die Nadel mit einem in den Mund eingeführten Finger und schiebt dieselbe weiter zum grossen Keilbeinflügel. Die Nadelspitze soll sich dann einige Millimeter vor dem Foramen ovale befinden. Das \erfahren ist insofern ungünstig, als die Nadel teilweise durch die Mund- schleimhaut gestochen werden muss. \'on Harris, Aexander, Offerhaus und Braun wurde der quere Weg eingeschlagen, um zum Foramen ovale zu gelangen. NachBraun liegt derEinstichpunkt unter derMitte des Jochbeins. Die Nadel wird in querer Richtung in den Schädel vorgeschoben. .\uch hier lässt man sich am besten einen Schädel, woran die quere Richtung durch eine andere Nadel fixiert ist, daneben halten. Die Nadel wird bis auf den Proc. pterygoideus eingestochen, ihre Spitze ist jetzt etwa I cm von dem Foramen ovale entfernt. Die Tiefe der eingestochenen Nadel wird markiert, die Nadel dann bis zum Unterhautzellgewebe hervorgezogen und in einem kleinen Winkel etwas mehr nach hinten gerichtet bis zur gleichen Tiefe wieder eingeführt. Es befindet sich dann ihre Spitze direkt neben dem Foramen ovale. In demselljen Augenblicke wird vom Patienten ein nach dem Unterkiefer aus- strahlender Schmerz vers])ürt. .\n dieser Stelle injiziert Braun 5 ccm der l°f,igen Novokain-Su])rareninlösung. Dieser von Braun geüljte quere \^ eg zum Foramen ovale ist sehr leicht gangbar und sicher, doch kann derselbe, ^\ie Ilärtel nachwies, durch N'arietäten der Schädel- basis vereitelt werden. Sehr empfehlenswert ist die analog der Schlösserschen von Härtel ausgearbeitete und für Injektion in das Ganglion Gasseri empfohlene Methode, von \orn nach dem Foramen ovale zu gelangen. Dieselbe wurde auch vom \'erfasser schon seit längerer Zeit mit Erfolg angewandt. Sie unterscheidet sich \on der Schlösserschen dadurch, dass das Durchbohren der Mund- schleimhaut mit der Nadel vermieden wird. Die Kanüle wird unter dem Joch- beine an der Wange in Hcihe der oberen Molaren z\^ischen aufsteigendem Unterkieferast und Tuber maxillare zum Planum infratemporale eingeführt. Härtel benützte diesen Weg, um auch durch das Foramen ovale zum Ganglion Gassen zu gelangen. DicMethode, wie sie \-onHärtel angegeben wird und die für Anästhe- sierung des III. Trige minusastes und des Ganglion Gasseri dieselbe ist, ist folgende: In tler Wange in Höhe des Alveolarrandes des z^\■eiten fiberen Molaren wird unter dem Ji)chbogen eine breite Hautquaddel beschrieben, so dass der Einstichpunkt nach Belieben etwas geändert werden kann. Hier wird die lange dünne Nadel, es genügt eine solche \on ca. in cm Lange, in die Haut eingestochen. Der Zeigefinger der hnken Hand wird m die I\Iundhohle eingeführt, mit der rechten Hand wird die Nadel bedient. Beim weiteren Vorschieben der letzteren kommt man mit der Spitze zwischen Unterkieferrand und Tuber maxillare hindurch. Dadurch, dass die Nadel mit Hilfe des in den Mund eingeführten Fingers in einem Bogen um den M. buccinator herum- geführt wird, lileibt die Schleimhaut der Mundhöhle von der Nadel unverletzt. Gelangt jetzt die Nadel in die Fossa infratemporalis, so wird der M. pterygoideus externus durch- bohrt und das Planum infratemporale erreicht. Die erreichte Tiefe muss etwa 5 6 cm betr.Igen. Diese Stelle lässt sich an der Nadel leicht markieren. Man misst am besten die Länge seiner Nadel und probiert den Abstand am vorgehaltenen Schädel vor der Injek- tion. Hierbei lasst sich, wie wir später sehen werden, zu gleicher Zeit auch die Richtung der Achse der Nadel bestimmen, ohne deren Kenntnis wir nicht mit Sicherheit das Foramen ovale erreichen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21019952_0042.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)