Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text.
- Hirschel, Georg, 1875-
- Date:
- 1913
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Credit: Lehrbuch der Lokalanästhesie : für Studierende und Ärzte / von Privatdozent Dr. Georg Hirschel ... mit einem Vorwort von Prof. Dr. Wilms; mit 103 Abbildungen im Text. Source: Wellcome Collection.
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![Bei der Methode derEinfijhrung derXadel durch das Foramen ovale zum (i a n g 1 i o n Gasseri, wie sie nach H ä r t e 1 oben b e s c h r i e 1 > e n wurde, ist die Richtung der Achse der Nadel seitlich betrachtet eine andere. Die Nadel hat, \\ie aus Abb. i6 ersichtlich ist, wo dieselbe als Pfeil, der durch das Foramen o\'ale hindurchzieht, eingezeichnet ist, einen steileren \'er- lauf. Die I^ichtung geht oben mehr nach dem Scheitel des Schädels zu, während sie nach unten verlängert nach dem Foramen mentale des Unter- kiefers zu verläuft. Es hängt diese Richtungsänderung mit der anatomischen Be- schaffenheit des Knochenkanals für den Trigeminus fll zusammen, der sich wie aus Abb. l6 ersichtlich in steilerer Richtung öffnet. Zur Anästhesierung des III. Trigeminusastes am Foramen o\ale genügen 5 ccm einer i—2%igen Lösung. Beim richtigen Treffen des Nerven mit der Nadel wird der ausstrahlende Schmerz in Zunge und L' n t e r k i e f e r \- o m Patienten angegeben. Soll (las Ganglion Gasseri anästhesiert werden, so eignet sich dazu am besten die oben beschriebene Methode von Ilartel. Härte 1 gibt eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Phasen zur Erreichung des Ganglion, die f olgende r massen lautet: a) Einstich an der Wange in der Höhe des Alveolarrandes des zweiten oberen Molarzahnes, Anlegen einer breiten Quaddel, welche ein \'ariieren des Einstichpunktes nach vorn oder hinten gestattet. b) \'or dem Einstich der Nadel, welche etwa 10 cm lang ist und eine flach abge- schliffene S]iitze hat, \\irfl an derselben die voraussichtliche Tiefe zum Planum infra- temporale (5—6 cm) mit Hilfe eines aseptischen Massstabes durch den an der Nadel angebrachten Schieber markiert. c) Einleiten der Nadel unter Fingerfühlung zwischen vorderem Rande des auf- steigenden Unterkieferastes und Tuber maxillare um den M. buccinator herum zur Fossa infratemporalis. d) Beachtung der Richtung: Nadel zeigt genau \'ün vorn gesehen auf die Pupille des gleichseitigen Auges, von der Seite gesehen auf das Tuberculum articulare des Jochbeines. e) l-'ie Punktion des Foramen ovale geschieht unter dauernder Fühlung mit der harten und glatten Fläche des Planum infratemporale \'on der vorderen äusseren Längs- seite des Foramen her. f) Nachdem das Foramen ovale erreicht ist (Nachgeben des Widerstandes, aus- strahlender Schmerz im \'ersorgungsgebiet des III. Astes), wird der Schieber vom Ein- stich]nmkt der Haut 1^0 cm zurückgeschoben und die Nadel in das Foramen ovale ein- geführt, bis auch im A'ersorgungsgebiet des IL Astes Schmerzen geäussert werden. g) Ansetzen der Spritze und langsame Injektion der 2'-',jigen Novokain-Suprarenin- lösung, welche nicht über i ccm betragen soll. h) Sofortige Prüfung der Anästhesie. Es sind dies die von Härtel angegebenen Punkte, ^^■elche bei der Anästhesierung des Ganglion Gasseri zu beachten sind. Als Instrumentarium benützt Härtel, wie schon oben erwähnt, eine 10 cm lange, 0,8 mm dicke, mit flach abgeschliffener Spitze \-ersehene, vernickelte Stahlnadel, die feinen verstellbaren Schieber besitzt, der nach dem mittels eines metallenen Massstabs zu bestimmenden Masse \'erschoben werden kann (Firma Windler, Berlin). Dieses Instrumentarium ist, \\'ie schon bemerkt, zur Erreichung des Zweckes nicht unbedingt notwendig. Mit einer etwa ict cm langen dünnen Nadel, an der man sich die Tiefe, bis zu welcher die Nadel eindringen darf, gemerkt hat, kann dasselbe erreicht werden. Hirse hei, Lehrbuch der Lok.iI.in.uthe=ie. 3](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21019952_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)